„La tisane“- mein Entspannungsritual am Abend

Wie ich vor kurzem hier berichtet habe, gelingt es mir leider nicht immer, im Alltag mit zwei Kindern so entspannt und ausgeglichen zu sein, wie ich es gerne wäre. Ein trotzender Zweijähriger voller Tatendrang und die vielen Arztbesuche, die wir aufgrund von Pauls Trisomie 21 bereits hinter uns haben, haben mich in den vergangenen Wochen einiges an Nerven gekostet. Umso wichtiger sind für mich meine kleinen Entspannungsrituale, die ich  teilweise schon seit vielen Jahren pflege und nur äußerst ungern ausfallen lasse. Heute will ich euch eines davon vorstellen, das mir nahezu heilig ist.

„Une eau chaude“ wie sie die Franzosen lieben

Aus meiner Zeit in Frankreich ist mir die Gewohnheit geblieben, abends nach dem Essen, eine „eau chaude“ – also ein heißes Wasser zu trinken. Meist handelt es sich dabei um einen Kräutertee, gerne auch mit frischen Kräutern aus dem eigenen Garten. Das wärmt und tut der Verdauung gut. In französischen Großfamilien ist die sogenante Tisane auch eine Überleitung vom geselligen Abendessen zum ruhigen Teil des Abends, an dem man sich dann langsam zurückzieht. Zuhause trinke ich meine tisane dann, wenn die Kinder schlafen. Dazu lese ich gerne ein paar Seiten in einem Buch, wozu ich tagsüber leider nie komme und esse ein Stück dunkle Schokolade (zugegeben, manchmal auch zwei), am liebsten übrigens diese.

Auch wenn ich im Laufe der Jahre schon unzählige Teesorten durchprobiert habe, haben sich irgendwann drei Favoriten herauskristallisiert, die ich immer wieder mache:

  1. Im Sommer: Die Zitronenverbenen-Tisane
Wikipedia Kräutergarten
Die Zitronenverbene, Foto: Von Plenuska – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=46975185

Ein Aufguss aus den Blättern der Zitronenverbene erfrischt ganz toll und ist deshalb vor allem im Sommer mein liebstes Abendgetränk. Außerdem wird dem Strauch eine schlaffördernde Wirkung nachgesagt. Für den Aufguss eignen sich sowohl frische als auch getrocknete Blätter, die man mit kochendem Wasser übergiest und dann mindestens fünf Minuten ziehen lassen sollte. Wer wie ich keinen eigenen Garten hat, bekommt die Blätter getrocknet zum Beispiel von Sonnentor.

2. Im Winter: Mein heißgeliebter Yogitee

GT_Zutaten_klassicher-Yogi-Tee
GT_Zutaten_klassicher-Yogi-Tee, Foto:

Von GeoTrinity – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47473546

Schon als Teenager liebte ich diese kleinen, nach Zimt duftenden Yogiteebeutelchen mit den weisen Sprüchen drauf. Aber damals wie heute finde ich die fertigen Teebeutel viel zu teuer. Warum also nicht selber machen? Das ist super einfach und schmeckt noch dazu viel besser. Am liebsten mache ich gleich eine größere Menge Yogitee, denn nach ein, zwei Tagen schmeckt er noch intensiver. Auf dem Foto oben seht ihr, welche Gewürze klassischerweise in den Yogitee reinkommen: Zimt, Nelken, Ingwer, Pfeffer, Sternanis und Kardamom. Natürlich kann man hier nach Lust und Laune variieren. Ich selbst bin zum Beispiel kein Riesenfan von Nelken und verwende daher nur wenige davon. Die Gewürze werden mit kaltem Wasser aufgesetzt und dann für mindestens 20 Minuten bei schwacher Hitze köcheln gelassen. Beim Kardamom ist es übrigens wichtig, die Kapseln zu knacken. Nur die kleinen Kügelchen kommen in den Tee! Das geht am besten mit einem Mörser. Ich gebe zu, das ganze Prozedere dauert etwas, aber es lohnt sich, solange zu warten, denn sonst schmeckt der Tee weniger intensiv. Mir schmeckt der Yogitee am besten mit Milch und Honig. Natürlich kann man ihn auch pur trinken oder mit Mandel-, Hafer-, Sojamilch…

3. Beim kleinsten Wehwechen: Ingwerwasser

Beim Ingwer scheiden sich ja die Geister. Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Ich selbst bin ein riesiger Ingwer-Fan und trinke auch tagsüber gerne literweise Ingwerwasser. In der indischen Ayurveda-Lehre spricht man dem Ingwerwasser eine besonders gesundheitsförderne Wirkung zu. Ingwer heizt den Körper von innen so richtig auf, hilft gegen Entzündungen im Hals und Rachen und soll außerdem gegen Übelkeit helfen (auch in der Schwangerschaft!). Ingwerwasser lässt sich ganz einfach herstellen, indem man ein Stückchen einer frischen Ingwerwurzel schält und mit einer Küchenreibe fein raspelt. Das ganze wird dann mit Wasser aufgekocht und circa zehn Minuten köcheln gelassen. Wenn man es eilig hat, reicht es auch, den Ingwer mit kochendem Wasser zu übergießen. Ich selbst mag mein Ingwerwasser am liebsten pur. Mein Freund gibt gerne noch ein bisschen frisch gepressten Zitronensaft dazu.

Habt ihr auch Entspannungsrituale, die euch heilig sind? Lasst es mich wissen, ich bin sehr gespannt!

Eure Kathinka

 

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