Paulis erste Reise – Unsere Ferien in Arcachon

Unser erster Urlaub zu viert, schön war es 🙂

Es ist 22.22 Uhr. Endlich schlafen die Kinder. Ich sitze zum letzten Mal auf der Terrasse unserer schönen Ferienwohnung in Arcachon, an der französischen Atlantikküste und genieße den Blick auf den wilden Garten. Der Wind pfeift durch die Bäume, morgen soll es regnen. Passendes Abreisewetter.

Kaum zu glauben, wie schnell diese drei Wochen vergangen sind. Und dass es letztlich doch geklappt hat mit unserem ersten Urlaub zu viert. Noch kurz vor der Abreise hatten wir eine Nacht im Schlaflabor verbracht, um herauszufinden, warum Paul im Schlaf immer wieder Atemaussetzer hat. Wir waren unsicher, ob wir ihm eine Reise zumuten konnten. Schließlich entschieden wir uns aber  – nach Absprache mit unserer Kinderärztin – dafür, weil wir alle Erholung dringend nötig hatten.

Reise auf Etappen

Und das war eine gute Entscheidung! Schon nach wenigen Tagen am Meer verbesserte sich Pauls Atmung und auch wir konnten aufatmen. Auch die lange Reise klappte problemlos. Bereits im Vorfeld hatten wir zwei schöne Unterkünfte organisiert, um die Fahrt in drei kleinere Etappen aufzuteilen. Das kann ich jeder Familie mit Kindern nur ans Herz legen. So waren wir nie länger als vier, fünf Stunden im Auto unterwegs und der Große konnte sich abends noch ein bisschen austoben. Außerdem lernten wir so neben unserem Ferienort ein bisschen mehr vom Land kennen. Zum Beispiel den schönen Landgasthof „Au Pré du Moulin“ in der Champagne, in dem wir von der Wirtin unglaublich lecker bekocht wurden und Benedikt sich über die Pferde und das Trampolin freute.

In Arcachon hatte ich über airbnb eine schöne Ferienwohnung ausfindig gemacht. Die netten Vermieter, Antoine und Marie hatten für alles gesorgt: Wickeltisch, Babybettchen und -badewanne. Im Kühlschrank stand eine Flasche Wein für unseren ersten Abend. Nach den anstrengenden letzten Wochen zu Hause kam ich mir vor wie im Himmel.

Unser Urlaubsort

Arcachon ist eine kleine französische Gemeinde nicht weit von Bordeaux und liegt am Bassin d’Arcachon. Die Wellen sind hier nicht so hoch wie am offenen Meer, weshalb das Bassin gerade mit kleinen Kindern schön zum Baden ist. Wer lieber den wilden Atlantik mag, kann mit der Fähre in 20 Minuten nach Cap Ferret übersetzen.

Das kleine Städtchen ist relativ verschlafen, was uns aber nicht weiter gestört hat. Denn es gibt einen endlosen weißen Sandstrand (Strandmuschel nicht vergessen!), nette Kneipen und Restaurants und die leckersten Croissants der Welt beim Bäcker um die Ecke. Außerdem gibt es ein gut ausgebautes Netz an Fahrradwegen, sodass wir die Gelegenheit nutzen, endlich mal Rad zu fahren. Im hügeligen Stuttgart kommen wir da eher selten dazu.

Frankreich mit Kindern

Ich habe während meines Studiums und auch danach schon recht viel Zeit in Frankreich verbracht, war aber noch nie mit meinen Kindern da. Und so war diese Reise für mich eine ganz neue Erfahrung. Dass in Frankreich Kinder ganz selbstverständlich mit dazu gehören, wusste ich schon. Und so war es kein Problem, sie mal mit in ein schickes Restaurant zu nehmen. In der Regel gibt es dort dann ein spezielles Kinder-Menu, das allerdings nicht wie oft bei uns nur aus Spätzle mit Soße besteht, sondern auch einen Salat, ein Hauptgericht, Käse und Dessert beinhaltet. Unser kleiner Käse-Liebhaber war begeistert! Auch wenn er nicht so ganz verstanden hat, warum er immer so lange auf den Nachtisch warten musste…

Erstaunlich fanden wir, dass französische Kinder es schaffen, während eines mehrgängigen Essens brav auf ihrem Stuhl sitzen zu bleiben. Undenkbar bei unserem wilden Zweijährigen! Der lief zwischen den Tischen umher, zog sich die Schuhe aus und plauderte munter mit den anderen Gästen (was diese natürlich nicht verstanden). Erstaunte Blicke – bei den Franzosen – gab es wiederum am Strand, wenn sich unser Kleinkind nackig im Sand wälzte. Das ist in Frankreich undenkbar, hier tragen schon die Kleinsten Bikini und Badehose. Stillende Frauen in der Öffentlichkeit habe ich auch nie gesehen, aber entschieden, dass das für mich nun mal dazu gehört. Schließlich will ich meinen Urlaub nicht allein zu Hause verbringen. Zu meiner Überraschung sprach mich auf einer Autobahnraststätte dann sogar mal eine ältere Dame an, die ganz entzückt darüber war, dass ich mein Kind stille.

Alles in allem war es aber einfach nur super, wie freundlich und zuvorkommend wir als Familie überall behandelt wurden. Da habe ich zu Hause in manch Szenekneipen schon ganz andere Erfahrungen gemacht….

Und was sind eure Urlaubspläne für dieses Jahr? Habt ihr Tipps für das Reisen mit Kindern?

2 thoughts on “Paulis erste Reise – Unsere Ferien in Arcachon

  1. Ich bin ganz gerührt (alte Erinnerungen), freue mich, dass es euch so gut ging an diesem wunderbaren Flecken Erde mit viel Meer – euch allen vier..Besonders freue ich mich darüber, dass Paul gut „schnuffeln“ konnte, die Atlantikluft im Atem verschaffte.
    Weiter so…..
    Regina

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