Hallo Herbst -ich mag dich!

Ich mag den Herbst. Ehrlich gesagt ist er sogar meine liebste Jahreszeit. Ich mag es, wenn im Wald die Sonne durch die bunten Blätter scheint. Ich liebe es, in der lauwarmen Herbstsonne zu sitzen und dabei einen Kaffee zu trinken. Und ich mag es sogar, dass es abends früher dunkel wird. Weil man es sich dann mit gutem Gewissen zu Hause gemütlich machen kann. Und weil es endlich wieder Kürbis, Äpfel und Birnen gibt.

Natürlich gehören zum Herbst auch diese Dauerregentage, an denen man keinen Fuß vor die Tür setzen will. Die finde ich von Zeit zu Zeit aber gar nicht soo schlimm, denn theoretisch könnte ich dann endlich mal wieder ein Buch lesen oder im Kino eine Schnulze anschauen. Leider mutiert mein Zweijähriger aber zu einem Monster, wenn er sich einmal nicht an der frischen Luft austoben kann. Einer von uns Erwachsenen muss sich also auch bei Wind und Wetter erbarmen undmit ihm auf den Spielplatz gehen. Und weil ich das letztes Wochenende erfreulicherweise NICHT war, hatte ich tatsächlich mal wieder Zeit, einen Kuchen zu backen. Wie ihr wisst, ist das für mich ja das reinste Entspannungsprogramm. Und für den Rest der Familie war es das später beim Probieren natürlich auch. Der Kuchen schmeckt übrigens am besten warm. Mit Schlagsahne oder Eis ist er ein echter Herbsttraum. Das Rezept teile ich wie immer gerne mit euch. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Apfel-Walnuss-Crumble

#vegan; #glutenfrei; #zuckerfrei; #clean eating; #Afelkuchen; #Crumble
Apfel-Walnuss-Crumble Foto: (c) Carsten Abel

 

  • Zutaten für den trockenen Teig:
  • 2 Tassen Hafermehl (gemahlene Haferflocken tun es auch, ich habe das in der Kaffeemühle gemacht)
  • 1 Teelöffel Zimt
  • 2 1/2 Teelöffel Backpulver
  • 1 Teelöffel Salz
  • Zutaten für den feuchten Teig:
  • 1 mittelgroßer Apfel, in kleine Stückchen geschnitten
  • 3/4 Tasse Zucker (ich habe Dattelsüße verwendet und fand diese Menge fast schon zu süß)
  • 1/2 Tasse Walnüsse
  • 1 Teelöffel geriebener Ingwer
  • 1 1/2 Esslöffel frischer Zitronensaft und etwas abgeriebene Zitronenschale
  • 1 reife Banane
  • 1/4 Tasse Kokosnussöl, geschmolzen
  • 1 Teelöffel Vanillepulver
  • 1/4 Teelöffel Apfelessig (alternativ einfach mehr Zitronensaft)
  • Zutaten für die Füllung:
  • 1 Tasse Äpfel, in Scheiben geschnitten
  • 1/2 Tasse gehackte Walnüsse
  • Zutaten für die Streusel:
  • 1/4 Tasse Hafermehl (ich habe hier einfach Haferflocken verwendet)
  • 1 1/2 Esslöffel Kokosnussöl, geschmolzen
  • 1 1/2 Esslöffel Zucker (bei mir Dattelsüße)

Zubereitung:

  1. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Ein Backblech mit Kokosnussöl einfetten.
  2. Alle trockenen Zutaten in einer großen Schüssel miteinander vermischen.
  3. Die feuchten Zutaten im Mixer oder mit einem Pürierstab zu einer sämigen Masse pürieren.
  4. Feuchte und trockene Zutaten zusammenfügen und mit einem Löffel gut durchmischen.
  5. Walnüsse und Apfelscheiben dazugeben.
  6. Den Teig auf das gefette Backblech geben.
  7. In der schmutzigen Schüssel alle Zutaten für die Streusel vermischen. Die Streusel auf den Teig im Blech geben.
  8. Bei 180 Grad für circa 25 Minuten backen.

Rezept nach: http://kblog.lunchboxbunch.com/2016/09/apple-walnut-crumble-coffee-cake-vegan.html

 

Paul legt los – unser Start ins Beikost-Abenteuer

Unglaublich, seit Pauls Geburt sind nun schon sechs Monate vergangen. Ein halbes Jahr! Wie das Leben ohne ihn war, kann ich mir gar nicht mehr vorstellen. Weniger müde war ich, aber das nehme ich in Kauf, wenn ich morgens von diesen süßen Walgesängen geweckt werde und in ein lachendes Mondgesicht schauen darf…

Ein neuer Abschnitt beginnt

Mit sechs Monaten heißt es ja, sei es an der Zeit, Babies auch mal etwas anderes als (Mutter)milch anzubieten. Wer mich kennt oder schon länger hier mitliest, weiß, dass ich bei diesem Thema skeptisch bin. Wie das mit der Beikost bei unserem großen Sohn so geklappt hat, habe ich ja bereits hier erzählt. Seitdem weiß ich, dass fixe Beikostpläne nicht bei allen Kindern funktionieren und dass ein Kind auch ohne Brei wunderbar essen lernen kann. Baby led weaning war für uns der richtige Weg.

Baby led Weaning bei Down-Syndrom?

Aber ob das mit Paul genauso problemlos funktionieren wird? Zugegebenermaßen war ich da etwas unsicher. Vermutlich wird er sich einige Voraussetzungen für das (Alleine)Essen später aneignen als andere Babies: Sitzen und greifen zum Beispiel. Und auch die Zähne kommen bei Kindern mit Down-Syndrom häufig später.

Unsere wunderbar optimistische Physiotherapeutin hat mich aber in meinem Vorhaben bestärkt, es trotzdem zu versuchen. Ganz langsam und ohne fixe Vorstellungen davon, zu welchem Zeitpunkt Paul eine bestimmte Menge an fester Nahrung zu sich nehmen muss. Und so haben wir ihm in den letzten Wochen beim Essen immer mit an den Tisch geholt. Auf unserem Schoß durfte er dann zuschauen, was wir anderen so machen. Irgendwann haben wir ihn mal an einer Kartoffel oder an einer Gurkenscheibe lecken lassen. Das fand er offensichtlich spannend und seine Ärmchen wedelten aufgeregt hin und her.

Helfen oder abwarten?

Irgendwann schob ich Paul beim Frühstück auch mal einen Löffel Porridge in den Mund. Sein großer Bruder legte ihm, kaum schaute ich nicht hin, ein Stück Brezel in die Hand und steckte es in seinen Mund. Zugegeben, selbst bestimmtes Essen ist das nicht. Wir haben uns einfach alle gefreut, dass Paul mehr und mehr an unserem Familienleben teilnimmt. Und ihm schien es zu gefallen, auch wenn das Allermeiste nach einer Weile wieder aus dem Mund herauskam…

Und heute dann, es gab Pasta,  wie könnte es anders sein, schnappte sich Paul tatsächlich eine Nudel von meinem Teller und steckte sie sich in den Mund. Auch davon fiel die Hälfte wieder raus, aber egal, er hat sie sich alleine genommen! Das freut mich so, dass ich das Rezept für das Pesto mit euch teile, das es zu den Nudeln gab. Viel Spaß beim Ausprobieren und ein schönes Rest-Wochenende!

Petersilien-Walnuss-Pesto

#Pesto; #Rezept; #Beikost; #Baby led Weaning
Paul liebt: Petersilien-Walnuss-Pesto 😉 Foto: Privat

Zutaten:

Eine Handvoll Walnüsse (geht genauso mit Sonnenblumen-, Kürbis- oder Pinienkernen)

Ein Bund glatte Petersilie

Walnuss-Öl (jedes andere Öl geht auch)

grobes Meersalz und weiße Pfefferkörner

Zubereitung:

Die Petersilie waschen und die dicken Stiele mit einem Messer abschneiden. Alle Zutaten in einen leistungsstarken Mixer geben und solange mixen, bis eine homogene Masse entsteht. Eventuell mit Öl auffüllen.

Das Pesto schmeckt übrigens nicht nur zu Nudeln, sondern auch zu Ofengemüse, aufs Brot, auf Pizza….

Lieber etwas langsamer? 5 Tipps, wie du dein Leben entschleunigen kannst

In meiner ersten Elternzeit hatte ich mir viel vorgenommen. Babyschwimmen, Kinderwagensport, Rückbildungsyoga. Weiter Tango tanzen und Freunde treffen wie früher. Eine Weiterbildung machen. Ach ja, und eine Rucksackreise nach Südamerika wollten wir auch noch organisieren.

Wer selbst Kinder hat, wird spätestens jetzt lachend am Boden liegen und sich fragen, wie ich bloß so naiv sein konnte, das alles hinzukriegen.

Denn natürlich habe ich es nicht geschafft, mein Leben mit Baby einfach so weiterzuführen wie vorher. Dabei habe ich einige meiner  Vorhaben sogar umgesetzt, zum Beispiel die Rucksackreise. Allerdings ganz anders, als mein Freund und ich uns das vorgestellt hatten. Denn statt die Tangobars von Buenos Aires unsicher zu machen, verbrachten wir unsere Nächte damit, unseren kleinen Schreihals zu beruhigen. Tagsüber saßen wir dann meistens ermattet auf einem Spielplatz und schauten den argentinischen Familien beim Matetee-Trinken zu. Im Torres del Paine-Nationalpark in Chile endeten unsere Wanderungen meist nach zwei oder drei Stunden, wenn der Zwerg in der Trage seinen Mittagsschlaf beendet hatte und unterhalten werden wollte. Und wenn wir dann den Rest des Nachmittags an einem schattigen Plätzchen verbrachten, warf ich den vorbeilaufenden Wanderern wehmütige Blicke zu.

Beim zweiten Mal wird alles anders, oder?

Nun bin ich wieder in Elternzeit und habe mir gar nicht erst so viel vorgenommen. Das ist auch besser so, denn auch dieses Mal kam alles anders als erwartet. Zwar hat Sohnemann Nummer zwei im Vergleich zu seinem Bruder ein sehr ausgeglichenes Gemüt und einen elternfreundlichen Schlafrhythmus, dafür aber das Down-Syndrom. Das bedeutet, dass einiges etwas anders und vor allem langsamer läuft als bei anderen Babys.

Aber um ehrlich zu sein, diese Langsamkeit tut mir richtig gut und ist genau das, was in meinem Leben bislang gefehlt hat. Und  während ich mit Baby Nummer 1 manchmal heulend im Bett saß, weil ich es am späten Nachmittag noch nicht geschafft hatte, zu duschen, genieße ich es heute, im Gammel-Look und mit dem Kleinen auf dem Sofa zu liegen. Nicht immer gelingt mir das gleich gut, aber immer häufiger. Und ich bin fest davon überzeugt, dass es jedem gut tut, sein Leben zu entschleunigen, egal, ob man Kinder hat oder nicht. Und ich gebe dir gerne fünf Tipps, die mir dabei immer wieder helfen.

Tipp 1: Akzeptieren, was ist

Eine wichtige Maßnahme gegen den Frust darüber, nichts auf die Reihe zu kriegen, ist in meinen Augen, jede Situation so zu akzeptieren, wie sie ist. Ganz egal, ob man sie mag oder nicht. Babys sind dafür wunderbare Lehrer, denn sie sind extrem anspruchsvoll und hilfsbedürftig. Anders als wir können sie ihr Bedürfnis nach Nahrung, Nähe oder Schlaf nicht aufschieben. Und da wir nun mal die Verantwortung für diese kleinen Menschen haben, müssen wir unsere eigenen Bedürfnisse und Aufgaben hintenan stellen. Tag und Nacht und oft ohne richtige Ruhepausen. Gerade bei zwei Kindern bleibt eigentlich nie Zeit, mal gemütlich mit der besten Freundin zu telefonieren, ungestört ein Buch zu lesen oder gar auszuschlafen. Das finde auch ich ärgerlich, aber hey, es kommen wieder andere Zeiten! Und so lange die Zwerge so abhängig sind, hilft es einfach nichts, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, was man gerade alles verpasst.

Tipp 2: Die To-Do-Liste entrümpeln

Wie viele Menschen neige auch ich dazu, mir jeden Tag zu viel vorzunehmen. Auf meiner To-Do-Liste stehen gerne mal aufwändige Sachen wie Brot backen oder Marmelade kochen. Diese Dinge machen mir aber so viel Spaß, das ich nicht auf sie verzichten möchte. Und dann gibt es Aufgaben, die nun mal erledigt werden müssen. Wäsche waschen zum Beispiel. In einem Vier-Personen-Haushalt fällt da einiges an und 24 Stunden erscheinen mir oft viel zu wenig, um alles zu erledigen. Deshalb habe ich angefangen, alles von meiner To-Do-Liste zu streichen, was nicht zwingend erledigt werden muss und weder für die Kinder noch für mich gewinnbringend ist. Dazu gehören für mich Dinge wie bügeln, telefonieren, Babykurse oder Leute treffen, mit denen ich nur Smalltalk austauschen würde. Der letzte Punkt hört sich vielleicht radikal an, aber nur so schaffe ich es, Zeit für die Menschen zu haben, die mir wirklich am Herzen liegen.

Tipp 3: Nicht zwei Dinge auf einmal tun

Wer kennt das nicht? Wenn man  einen Berg an Aufgaben vor sich hat, versucht man manchmal, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Auch mir geht das so. Beim Stillen schnell mal eine Mail beantworten oder beim Spielen mit dem großen Sohn schon mal nebenbei das Kinderzimmer aufräumen. Das geht aber gründlich daneben, denn anders als viele denken, gewinnen wir durch Multi-Tasking keine Zeit, sondern vergeuden vielmehr welche. Denn wer versucht, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, kriegt nichts gut auf die Reihe. Hinzu kommt, dass es einfach viel schöner ist, sich voll und ganz auf eine Sache zu konzentrieren. Beim Essen schmecken wir wieder etwas, beim Duschen bemerken wir, wie gut das Duschgel riecht und in der U-Bahn sehen wir, was für ein schönes Kleid die Frau neben uns anhat. Wer stattdessen immer nur auf sein Smartphone starrt oder  mit den Gedanken im Gestern oder Morgen ist, verpasst das halbe Leben und fühlt sich permanent gestresst durch neue Nachrichten, die die beantwortet werden wollen oder weitere Aufgaben, die irgendwann mal anstehen.

Übrigens will ich damit nicht sagen, dass man grundsätzlich auf ein Smartphone oder soziale Netzwerke wie Facebook etc. verzichten sollte. Nur sollten wir sie als das sehen, was sie sind, nämlich superpraktische Werkzeuge, die den Alltag erleichtern können, mehr aber auch nicht. Wer hat schon Lust auf Gespräche mit Leuten, die immer auf ihr Handy schielen?

Tipp 4: Dinge bewusst langsam tun

Heute war ich wieder im verpackungsfreien Supermarkt einkaufen. Über meinen ersten Besuch dort, habe ich hier vor einigen Wochen berichtet. Seitdem versuche ich, einen Großteil meiner Einkäufe dort zu erledigen. Nicht nur, weil ich das für ökologisch sinnvoll halte, sondern auch, weil es so viel angenehmer ist, als schnell mal durch den Discounter zu hetzen, die Dinge achtlos in einen Wagen zu werfen und an der Kasse schon vom nächsten Kunden weggeschubst zu werden. Bei Schüttgut dagegen wiege ich erstmal meine mitgebrachten Behältnisse ab, überlege dann, welches davon sich für welches Lebensmittel eignet und fülle dann alles selbst ab. Das dauert seine Zeit. Wenn ich dort einkaufe, nehme ich mir nicht mehr viel anderes vor. Dafür reicht es dann immer noch für ein Schwätzchen mit der Besitzerin und manchmal auch für einen Kaffee auf der kleinen Bank vor dem Laden.

Tipp 5: Sich im Nichtstun üben

Dieser Tipp ist für mich ehrlich gesagt am schwierigsten umzusetzen. Aber ich glaube, dass es der Wichtigste ist. Seit einigen Monaten nehme ich mir daher jeden Tag eine halbe Stunde Zeit, um zu meditieren. Das bedeutet, dass ich mich auf ein bequemes Kissen setze und meinen Atem beobachte. Manchmal wiederhole ich auch ein Mantra oder gehe im Geist meinen ganzen Körper durch. Dabei ist mein Ziel nicht, irgendetwas zu erreichen, sondern einzig und allein, für eine Weile ganz bewusst im Augenblick zu sein. Dafür muss man nicht zwingend meditieren. Vielleicht hast du selbst schon in anderen Situationen  erlebt, wie großartig es sich anfühlt, voll und ganz präsent zu sein. Zum Beispiel beim Tanzen, beim Laufen oder beim Musikmachen. Letztlich kann jede Aktivität zu einer Meditation werden, wenn wir sie langsam und bewusst ausführen, sogar etwas so Banales wie Kaffee kochen.

Ich hoffe, dass dir meine Tipps weiterhelfen, ein bisschen mehr Langsamkeit in dein Leben zu bringen. Vielleicht hast du selbst weitere Tipps, die du hier auf dem Blog mit mir teilen möchtest? Ich freue mich auf jeden Kommentar!

 

Sommergedanken und ein Rezept

Sommerferien sind etwas Wunderbares. Aber irgendwann ist gut, das fand ich schon als Kind, wenn mir nach drei, vier Wochen schulfrei jedes Mal so richtig langweilig wurde. Länger als zwei Wochen Urlaub war bei uns selten drin und irgendwann vermisste ich einfach meine Freunde und ein bisschen Struktur im Alltag. Meinem zweijährigen Sohn scheint es nicht anders zu gehen. Seit vier Wochen hat unsere Krippe nun geschlossen und ich bin einen Großteil des Tages mit beiden Kindern allein. Ihr glaubt gar nicht, wie anstrengend ich das finde. Ein Tag im Büro erscheint mir geradezu wie Wellness gegen die Machtkämpfe, die ich mit meinem Zweijährigen Tag für Tag ausfechte.

„Mama, ich will den Paul in die Müllabfuhr schmeißen.“

„Nein, wir schmeißen hier niemanden in die Müllabfuhr.“

„Doch! Ich will die Mama kratzen.“

Und das alles nur, weil ich gerade keine Lust oder Zeit habe, zum hundertsten Mal „Klipp klapp, hier wird was gebaut“ vorzulesen…

Ich bin ein Kita-Fan!

Deshalb verstehe ich beim besten Willen nicht, warum manche Eltern ihre Kinder lieber zu Hause lassen statt sie in die Kita zu schicken. Natürlich weiß jeder selbst am besten, was gut für das eigene Kind ist, aber für mich wäre so eine komplette  Zuhausebetreuung definitiv nichts. Benedikt geht seit seinem ersten Geburtstag in eine Ganztageskrippe und blüht regelrecht auf,  sobald er mit anderen Kindern zusammen ist. Dann baggert, schaufelt oder malt er friedlich mit seinen Freunden oder auch mal alleine und wirkt ganz mit sich im Reinen. Alleine mit uns zu Hause rastet er dagegen regelmäßig aus oder drangsaliert vor lauter überschüssiger Energie seinen kleinen Bruder.

Außerdem sind diese freien Stunden für mich selbst soo wichtig! Egal, ob ich im Verlag Texte redigiere oder wie momentan zu Hause Blogbeiträge schreibe oder irgendetwas in der Küche fabriziere (meine Meditation!), ich brauche diese kinderfreien Stunden, um mich mit Themen zu beschäftigen, die nichts mit Windeln, Frühförderung oder Beikost zu tun haben. Sonst ticke ich aus und werde leider schnell zu einer schreienden Furie.

Zum Glück gab es aber in den vergangenen Wochen auch viele schöne Momente, die wir zusammen erlebt haben. Und die ich wahrscheinlich nicht so intensiv mitgekriegt hätte, wäre mein Sohn wie sonst in die Krippe gegangen. Viele witzige Gespräche haben sich unterwegs ergeben, zum Beispiel in der U-Bahn mit wildfremden Menschen: Benedikt mit ernstem Ernster Blick: „Die tote Motte kann nicht mehr fliegen“. Zustimmendes Brummeln der anderen Fahrgäste. „Da muss die Mama eine neue Motte kaufen.“

Was ich auch genossen habe, waren die vielen gemeinsamen Mahlzeiten mit beiden Kindern. Benedikt auf seinem Kinderstuhl mit einem „Kinderkaffee“ und Keksen, Paul auf meinem Schoß mit einer Gurke (das ist gerade unser Einstieg in die Beikost, mehr dazu kommt bald!), ich mit einer Tasse extrem starken Filterkaffee. Herrlich!

Normalerweise  frühstücken wir zwar alle zusammen, aber mittags isst jeder für sich, bei der Arbeit oder eben in der Krippe. Und so komfortabel das auch ist mit der Vollverpflegung dort, so ist mir doch aufgefallen, dass Benedikt durch das Krippenessen viel mäkeliger geworden ist. Zu Hause gibt es eben auch mal exotische Gewürze oder Gemüsesorten, die auf den ersten Blick nicht gerade ein Renner unter Kindern sind. In der Kita dagegen schon eher Nudeln mit Rahmsoße und andere „Kindergerichte“.

Um die Erbsenpickerei einigermaßen zu vermeiden, mache ich deshalb meistens Gerichte mit vielen verschiedenen Zutaten, bei denen zumindest einige auf den Geschmack meines kleinen Gourmets treffen. Zum Beispiel eine Bowl mit Hirse, Paprika, Möhren, Zuchini und Sonnenblumenkernen, wie ihr sie oben auf dem Bild seht. Das geht einfach und die Zutaten kann man je nach Geschmack variieren. Statt Hirse schmecken auch Reis, Couscous oder Nudeln und bei den Gemüsesorten geht im Prinzip alles. Benedikt greift sich dann einfach das aus dem Teller heraus, was er mag und Paul darf an einem Stück gedünsteter Möhre oder Zuchini lutschen, was er ziemlich spannend findet.

Hirse-Gemüse-Bowl

Zutaten

1 Tasse Hirse (oder Reis, Couscous, Nudeln…)

1  Paprika

3 Möhren

1 Zucchini

Olivenöl

Meersalz

Pfeffer

Sonnenblumenkerne (oder Kürbiskerne, gehackte Mandeln, Pinienkerne…)

evtl. frische Kräuter wie Petersilie (die kommen nur bei uns Erwachsenen dazu, weil Benedikt das „Gras“ verschmäht)

Zubereitung

Die Hirse koche ich in der doppelten Menge Salzwasser 10-15 Minuten, bis alles Wasser aufgesogen ist. Das Gemüse schneide ich in nicht allzu kleine Stücke, damit die Kinder sie gut greifen können. Ich dünste es gerne im Dampfeinsatz, weil das den Eigengeschmack besonders gut erhält. Bei Möhren dauert das Dämpfen etwa 7-10 Minuten, andere Gemüsespoten sind schneller gar. Natürlich kann man das Gemüse auch in einem Topf mit wenig Wasser kochen, wichtig ist bei kleinen Kindern nur, dass harte Gemüsesorten wie Möhren so weich sind, dass sie gut zerkaut beziehungsweise im Mund gelutscht werden können.

Am Schluss fülle ich alles in kleine Schüsseln (Bowls) und tröpfele Olivenöl, Meersalz und etwas Pfeffer dazu. Für meinen Freund und mich gibt es Petersilie und geröstete Sonnenblumenkerne dazu. Die probiert Benedikt je nach Lust und Laune auch mal, aber erst, seit er etwas größer ist und richtig gut kauen kann. Bei kleineren Kindern lässt man Nüsse und Kerne aber wegen der Verschluckungsgefahr weg.

Viel Spaß beim Auprobieren und guten Appetit!