Sommergedanken und ein Rezept

Sommerferien sind etwas Wunderbares. Aber irgendwann ist gut, das fand ich schon als Kind, wenn mir nach drei, vier Wochen schulfrei jedes Mal so richtig langweilig wurde. Länger als zwei Wochen Urlaub war bei uns selten drin und irgendwann vermisste ich einfach meine Freunde und ein bisschen Struktur im Alltag. Meinem zweijährigen Sohn scheint es nicht anders zu gehen. Seit vier Wochen hat unsere Krippe nun geschlossen und ich bin einen Großteil des Tages mit beiden Kindern allein. Ihr glaubt gar nicht, wie anstrengend ich das finde. Ein Tag im Büro erscheint mir geradezu wie Wellness gegen die Machtkämpfe, die ich mit meinem Zweijährigen Tag für Tag ausfechte.

„Mama, ich will den Paul in die Müllabfuhr schmeißen.“

„Nein, wir schmeißen hier niemanden in die Müllabfuhr.“

„Doch! Ich will die Mama kratzen.“

Und das alles nur, weil ich gerade keine Lust oder Zeit habe, zum hundertsten Mal „Klipp klapp, hier wird was gebaut“ vorzulesen…

Ich bin ein Kita-Fan!

Deshalb verstehe ich beim besten Willen nicht, warum manche Eltern ihre Kinder lieber zu Hause lassen statt sie in die Kita zu schicken. Natürlich weiß jeder selbst am besten, was gut für das eigene Kind ist, aber für mich wäre so eine komplette  Zuhausebetreuung definitiv nichts. Benedikt geht seit seinem ersten Geburtstag in eine Ganztageskrippe und blüht regelrecht auf,  sobald er mit anderen Kindern zusammen ist. Dann baggert, schaufelt oder malt er friedlich mit seinen Freunden oder auch mal alleine und wirkt ganz mit sich im Reinen. Alleine mit uns zu Hause rastet er dagegen regelmäßig aus oder drangsaliert vor lauter überschüssiger Energie seinen kleinen Bruder.

Außerdem sind diese freien Stunden für mich selbst soo wichtig! Egal, ob ich im Verlag Texte redigiere oder wie momentan zu Hause Blogbeiträge schreibe oder irgendetwas in der Küche fabriziere (meine Meditation!), ich brauche diese kinderfreien Stunden, um mich mit Themen zu beschäftigen, die nichts mit Windeln, Frühförderung oder Beikost zu tun haben. Sonst ticke ich aus und werde leider schnell zu einer schreienden Furie.

Zum Glück gab es aber in den vergangenen Wochen auch viele schöne Momente, die wir zusammen erlebt haben. Und die ich wahrscheinlich nicht so intensiv mitgekriegt hätte, wäre mein Sohn wie sonst in die Krippe gegangen. Viele witzige Gespräche haben sich unterwegs ergeben, zum Beispiel in der U-Bahn mit wildfremden Menschen: Benedikt mit ernstem Ernster Blick: „Die tote Motte kann nicht mehr fliegen“. Zustimmendes Brummeln der anderen Fahrgäste. „Da muss die Mama eine neue Motte kaufen.“

Was ich auch genossen habe, waren die vielen gemeinsamen Mahlzeiten mit beiden Kindern. Benedikt auf seinem Kinderstuhl mit einem „Kinderkaffee“ und Keksen, Paul auf meinem Schoß mit einer Gurke (das ist gerade unser Einstieg in die Beikost, mehr dazu kommt bald!), ich mit einer Tasse extrem starken Filterkaffee. Herrlich!

Normalerweise  frühstücken wir zwar alle zusammen, aber mittags isst jeder für sich, bei der Arbeit oder eben in der Krippe. Und so komfortabel das auch ist mit der Vollverpflegung dort, so ist mir doch aufgefallen, dass Benedikt durch das Krippenessen viel mäkeliger geworden ist. Zu Hause gibt es eben auch mal exotische Gewürze oder Gemüsesorten, die auf den ersten Blick nicht gerade ein Renner unter Kindern sind. In der Kita dagegen schon eher Nudeln mit Rahmsoße und andere „Kindergerichte“.

Um die Erbsenpickerei einigermaßen zu vermeiden, mache ich deshalb meistens Gerichte mit vielen verschiedenen Zutaten, bei denen zumindest einige auf den Geschmack meines kleinen Gourmets treffen. Zum Beispiel eine Bowl mit Hirse, Paprika, Möhren, Zuchini und Sonnenblumenkernen, wie ihr sie oben auf dem Bild seht. Das geht einfach und die Zutaten kann man je nach Geschmack variieren. Statt Hirse schmecken auch Reis, Couscous oder Nudeln und bei den Gemüsesorten geht im Prinzip alles. Benedikt greift sich dann einfach das aus dem Teller heraus, was er mag und Paul darf an einem Stück gedünsteter Möhre oder Zuchini lutschen, was er ziemlich spannend findet.

Hirse-Gemüse-Bowl

Zutaten

1 Tasse Hirse (oder Reis, Couscous, Nudeln…)

1  Paprika

3 Möhren

1 Zucchini

Olivenöl

Meersalz

Pfeffer

Sonnenblumenkerne (oder Kürbiskerne, gehackte Mandeln, Pinienkerne…)

evtl. frische Kräuter wie Petersilie (die kommen nur bei uns Erwachsenen dazu, weil Benedikt das „Gras“ verschmäht)

Zubereitung

Die Hirse koche ich in der doppelten Menge Salzwasser 10-15 Minuten, bis alles Wasser aufgesogen ist. Das Gemüse schneide ich in nicht allzu kleine Stücke, damit die Kinder sie gut greifen können. Ich dünste es gerne im Dampfeinsatz, weil das den Eigengeschmack besonders gut erhält. Bei Möhren dauert das Dämpfen etwa 7-10 Minuten, andere Gemüsespoten sind schneller gar. Natürlich kann man das Gemüse auch in einem Topf mit wenig Wasser kochen, wichtig ist bei kleinen Kindern nur, dass harte Gemüsesorten wie Möhren so weich sind, dass sie gut zerkaut beziehungsweise im Mund gelutscht werden können.

Am Schluss fülle ich alles in kleine Schüsseln (Bowls) und tröpfele Olivenöl, Meersalz und etwas Pfeffer dazu. Für meinen Freund und mich gibt es Petersilie und geröstete Sonnenblumenkerne dazu. Die probiert Benedikt je nach Lust und Laune auch mal, aber erst, seit er etwas größer ist und richtig gut kauen kann. Bei kleineren Kindern lässt man Nüsse und Kerne aber wegen der Verschluckungsgefahr weg.

Viel Spaß beim Auprobieren und guten Appetit!

 

 

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