Herbstzeit ist Lesezeit – das sind meine Lieblingsbücher

Wenn die Tage kürzer werden und es schon am frühen Nachmittag dunkel wird, machen wir es uns am liebsten zu Hause mit einem Buch gemütlich. Mein großer Sohn möchte, sobald er aus dem Kindergarten kommt, ein „Bilderbuch anlesen“. Auch der Babybruder schaut dabei bereits ganz aufmerksam zu.

Am liebsten Klassiker

Um ehrlich zu sein, finde ich viele Kinderbücher aber eher mittelmäßig. Entweder vermitteln sie ein fragwürdiges, veraltetes Gesellschaftsbild – Mama ist immer da, tröstet oder ist in der Küche beschäftigt, während Papa spät von der Arbeit kommt – oder sie sind sprachlich völlig daneben: „Jette sagt: Ich muss mal müssen, Max folgt ihr auf Strümpfchenfüßen“. Deshalb mag ich Bücher, die ich aus meiner eigenen Kindheit kenne. Echte Klassiker eben. Ein paar davon, die vielleicht nicht so bekannt sind wie Ronja Räubertochter und Co., möchte ich euch heute vorstellen. Und für  Erwachsene gibt es natürlich auch Tipps. Denn wir wollen ja nicht immer nur vorlesen…

Wiegenlieder aus aller Welt. Mit CD zum Mitsingen. Von Reijo Kekkonen

Meine Kinder lieben es, wenn ich ihnen vorsinge. Da sind sie wahrscheinlich die einzigen. Und weil vorsingen auch schon mit den Allerkleinsten geht, haben mir meine netten Kollegen zum Abschied in den Mutterschutz dieses wunderschön bebilderte Buch geschenkt. Es beeinhaltet 50 Wiegenlieder in allen möglichen Sprachen, zum Beispiel Maori oder Japanisch. Spannend für alle, die mal ein bisschen Abwechslung zu „Lalelu“ suchen und neugierig auf andere (Lied)kulturen sind.

Delfinensommer. Von Katherine Allfrey

Ein absolutes Lieblingsbuch aus meiner Kindheit. Das kleine Mädchen Andrula lebt allein mit ihrer Mutter auf einer griechischen Insel. Eines Tages lernt sie am Meer einen sprechenden Delfin kennen, der sie auf seinem Rücken mit auf eine geheimnisvolle Insel nimmt. Zusammen erleben sie viele spannende Abenteuer. Das Buch ist wunderschön poetisch und phantasievoll. Es eignet sich zum Vorlesen für etwas ältere Kinder, aber auch zum Selberlesen für Erwachsene, die gerne mal wegträumen.

Herr Klingsor konnte ein bisschen zaubern. Von Otfried Preußler

Ein weiteres Lieblingsbuch aus den 1980er-Jahren, das mir meine Oma immer vorgelesen hat. Der nette Lehrer Klingsor verfügt über Zauberkräfte, die er aber nur nutzt, um seinen Schülern das Leben ein bisschen leichter zu machen. Das liebevoll illustrierte Buch macht natürlich vor allem Schulkindern Spaß, aber auch Kindergartenkindern, die schon etwas länger zuhören können.

In Liebe wachsen. Von Carlos Gonzáles

Erziehungsratgeber gibt es wie Sand am Meer. Ob man sie wirklich braucht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Mir hat beim ersten Kind dieses Buch jedenfalls am besten gefallen. Im Prinzip bestärkt es Eltern darin, auf ihr Bauchgefühl zu hören und nicht auf die vielen Ratschläge, die man von allen Seiten bekommt. Die Auffassung des spanischen Kinderarztes Carlos Gonzáles ist vielleicht nicht jedermann Sache, denn sie widerspricht althergerbrachten Weisheiten zu den Themen „Durchschlafen“, „alleine schlafen“ oder „Beikost“.

One moment meditation. Stille in einer hektischen Welt. Von Martin Boroson

Wie wichtig mir das Meditieren seit einiger Zeit ist, habe ich ja schon erzählt. Leider habe ich, zumindest gefühlt, nie ausreichend Zeit dafür. Oder ich bin abends, wenn die Kinder schlafen, so müde, dass ich von meinem Meditationskissen kippe. Deshalb finde ich dieses Buch so toll, denn es erklärt, wie man auch mit wenig Zeit Momente der Ruhe und Achtsamkeit erleben kann. Sogar in der U-Bahn oder beim Kartoffelschälen.

So, jetzt bin ich gespannt auf eure Lesetipps! Vielleicht kännt ihr mir ja auch ein schönes, modernes Kinderbuch empfehlen. Ich bin sicher, es gibt sie, ich kenne sie nur noch nicht.

 

 

 

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