Yummy! Bananeneis mit Erdbeeren

Endlich ist er da, der Sommer! Für meine Jungs bedeutet das vor allem, endlich weg mit den blöden Socken, endlich Erdbeeren und Tomaten und endlich Eis! Ja, auch Paul hat bereits im zarten Alter von 14 Monaten seine Vorliebe für Eis entdeckt, viel früher als sein großer Buder damals. Aber wie sollte ich es ihm auch vorenthalten, wo doch alle schier verrückt danach sind…

Zum Glück habe ich letzten Sommer Nicecream entdeckt. Schon mal davon gehört? Nicecream ist nicht mehr und nicht weniger als Eis aus gefrorenen Bananen. Sie kommt ohne zusätzlichen Zucker aus, sodass ich keinerlei Hemmungen habe, auch meinem einjährigen Schleckermaul zu erlauben, die eine oder andere Portion davon zu naschen. Und das Beste ist, es dauert keine zehn Minuten, Nicecream zu machen! Geht also auch bei spontanen Eisgelüsten nach einem Tag im Freibad oder auf dem Spielplatz. Vorausgesetzt, ihr habt immer gefrorene Bananen im Tiefkühlschrank. Kann ich im Übrigen nur empfehlen! 😉

Grundrezept für Nicecream (Bananeneis)

pro Person circa eine sehr reife, tiefgefrorene Banane

etwas Flüssigkeit (Milch, Sahne, Kokosmilch etc.)

So geht’s:

Die Bananen am besten schon am Vortag kleinschneiden und in einer Tupperdose gefrieren. Ich kaufe im Supermarkt immer die mit den braunen Flecken, denn die sind besonders süß und friere dann gleich einen großen Vorrat ein.

Die Bananen circa zehn Minuten antauen lassen und dann im Standmixer so lange mixen, bis sie eine cremige Konsistenz haben. Wenn ihr wie ich keinen superteuren Hochleistungsmixer habt, gebt ein bisschen Flüssigkeit hinzu, das hilft ungemein!

Das Bananeneis schmeckt schon pur unglaublich lecker! Noch toller wird es, wenn ihr eine Handvoll Beeren (Erdbeeren, Blaubeeren, Himbeeren…), Nüsse oder Kakao mitmixt. Mein persönlicher Geheimtipp für diesen Sommer: Erdbeeren und Kakaonibs! Gebt die Kakaonibs erst am Ende mit in den Mixer , dann bleiben sie schön knusprig. Die Erdbeeren könnt ihr ebenfalls mitmixen oder einfach dazu essen. Aber Vorsicht, sie werden gerne vorher alle weggenascht. Und dann sehen eure Kinder womöglich aus wie Paul auf dem Foto…..

Viel Spaß beim Ausprobieren und ein sonniges Wochenende!

Buchtipp: Don’t worry, be Mami

Ich muss euch etwas verraten, ich bin manchmal ein ganz schöner Angsthase. Und zwar dann, wenn es um meine finanzielle Unabhängigkeit geht. Ohne festen Arbeitsvertrag bin ich auf Dauer nicht glücklich und habe Horrorszenarien von Hartz 4 und Altersarmut im Kopf. Ihr findet das übertrieben? Mag sein. Trotzdem kann es in meinen Augen nicht schaden, als Frau und Mutter die eigenen Finanzen im Auge zu behalten. Insbesondere dann, wenn man wegen der Kinder für längere Zeit im Job aussetzt oder in Teilzeit arbeitet. Denn dann droht tatsächlich die berühmt-berüchtigte „Rentenlücke“. Schon mal davon gehört?

In Gesprächen mit anderen Frauen fällt mir immer wieder auf, wie ungern sich die meisten von uns mit dem Thema „Finanzen“ auseinandersetzen. Das kann ich gut nachvollziehen, denn erstens ist das Ganze natürlich sehr komplex und zweitens muss frau sich dabei auch schon mal so unangenehmen Fragen wie „Was passiert, wenn wir uns trennen?“ stellen.

Vielen Frauen ist dabei gar nicht bewusst, wie schnell sie im sozialen Abseits landen könnten. Wusstet ihr zum Beispiel, dass ihr im Falle einer Scheidung keinerlei Anspruch auf Unterhalt von eurem Mann habt? Seit der großen Unterhaltsreform im Jahr 2008 haben nur noch die Kinder, nicht jedoch die Mütter bzw. Väter Anspruch auf Unterhaltszahlungen. Es sei denn, die Kinder sind unter drei. Bei Kindern ab drei Jahren setzt der Gesetzgeber voraus, dass beide Elternteile selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen.

Wer die Betreuungssituation und die Lebenshaltungskosten in deutschen Großstädten kennt, weiß jedoch, dass diese Regelung an der Lebenswirklichkeit vieler Familien vorbeigeht. Müsste ich als Mutter in Stuttgart alleine die Miete für unsere Dreizimmer-Wohnung zahlen, ginge das nur, wenn ich wieder Vollzeit arbeite. Das wiederum passt aber nicht zu den Öffnungszeiten unserer zwei Kitas, von denen eine bereits um 14.30 Uhr schließt. Hinzu kommen die Wege, die ich zurücklegen muss, Termine bei Kinderärzten und Frühförderung, Einkäufe etc. Ihr kennt das ja…

Deshalb habe ich für mich beschlossen, erst mal nur in Teilzeit zu arbeiten, wobei mir durchaus bewusst ist, was das für meine Rente bedeutet. Es ist ein Dilemma…

Lesen, statt jammern!

So, genug gejammert, die gute Nachricht ist, dass es ab sofort keine Ausrede mehr gibt, sich nicht mit den Themen „Finanzen und Recht“ zu beschäftigen. Denn es gibt den wunderbar-witzigen Ratgeber „Don’t worry, be Mami“ von Sandra Runge, den ich euch absolut ans Herz legen kann! Er ist im Februar im Verlag blanvalet erschienen und kostet 12,99 Euro. Die Autorin, die auch das Blog Smartmama  betreibt, ist Juristin und Mutter von zwei Jungs. Den drögen Paragrafendschungel rund um die Rechte von Müttern kennt sie also bestens und sie erklärt ihn auf so witzige Weise, dass ich abends laut lachend auf dem Sofa sitze.

Also, schnell in die Buchandlung eures Vertrauens gehen und den Ratgeber kaufen! Das ist nun wirklich mal eine gute Geldanlage 😉

Ach ja, das Lesezeichen hat mir mein Dreijähriger übrigens zum Muttertag gebastelt. Ist es nicht herzallerliebst?

Filmtipp: Ich. Du. Inklusion

Vor kurzem habe ich hier im Blog darüber berichtet, wie gut das bei uns in der Kita mit der Inklusion läuft. Letzte Woche erst haben wir uns zu einem so genannten „Runden Tisch“  zusammengesetzt und gemeinsam mit Pauls Erzieherin, seiner Physiotherapeutin, der Kita-Leitung und Vertretern des Stuttgarter Sozial- und Gesundheitsamtes überlegt, welche Unterstützung Paul zusätzlich braucht, um in der Kita optimal gefördert zu werden. Gemeinsam sind wir zu dem Schluss gekommen, dass das am besten mit eine weiteren pädagogischen Kraft klappen würde. Die könnte sich nämlich gezielt um Paul kümmern und dadurch die Erzieherinnen entlasten. Denn obwohl mein Sohn ein sonniges Gemüt hat und daher relativ pflegeleicht ist, braucht er mehr Hilfe als andere Kinder in seinem Alter. Er sitzt noch nicht selbstständig, kann nicht alleine essen und ist auch noch nicht mobil.

Für mich war es daher schön, zu erleben, wie bei diesem Runden Tisch alle Beteiligten an einem Strang gezogen haben. Weil für sie Inklusion kein hohles Versprechen ist,  sondern gelebter Alltag. Deshalb darf mein Kind in eine ganz „normale“ Krippe gehen. Selbst wenn das Budget, über das die Kita nun zusätzlich verfügen kann, knapp bemessen ist (es sind circa 500 Euro), zeigt allein die Tatsache, dass es ein solches Budget gibt, dass in den Köpfen der Verantwortlichen irgendwie angekommen ist, dass Inklusion wichtig ist. Unsere Kita-Leitung brachte es auf den Punkt: Kinder, die von klein auf erleben, dass es normal ist, anders zu sein, haben auch später im Leben kein Problem damit.

Ernüchterung im Kino

Umso ernüchterter war ich dann am Wochenende, als ich mir den Film Ich.Du.Inklusion von Thomas Binn angeschaut habe. Denn diese Langzeitdoku, die in Zusammenarbeit mit dem Lehrer-Verband Bildung und Erziehung e.V. entstanden ist, wirft einen anderen, eher skeptischen Blick auf das Thema „Inklusion“. Der Regisseur hat über mehrere Jahre eine inklusive Grundschulklasse in der nordrhein-westfälischen Gemeinde Uedem begleitet. Die katholische Schule, zu der diese Klase gehört, nimmt bereits seit 1996 Kinder mit Behinderung auf und ist somit ein „alter Hase“, was Inklusion betrifft. Trotzdem wird im Film deutlich, was für eine unglaubliche, kaum zu bewältigende Herausforderung es für Lehrer ist, Kindern mit derart unterschiedlichen Voraussetzungen auch nur annähernd gerecht zu werden.

Helga Heß, die Klassenlehrerin, bringt es auf den Punkt:

„Man muss sich eigentlich multiplizieren. Unter diesen Rahmenbedingungen gelingt es nicht, den Kindern gerecht zu werden. Auch wenn man sich sehr anstrengt, kann man so keine gute Lehrerin mehr sein.“

Die Rahmenbedingungen stimmen nicht

Was meint Frau Heß mit „diesen Rahmenbedingungen“ ? In ihrer Klasse sind circa 25 Schüler. Ich schätze, dass davon ein Drittel Inklusionsbedarf hat, also zusätzliche Unterstützung benötigt, um am Unterrricht teilzunehmen. Aufgrund einer Behinderung, Lernschwäche oder auch auffälligem Sozialverhalten. Im Film werden nur einige dieser Kinder näher vorgestellt. Als Zuschauer erfährt man aber nicht, aus welchem Grund sie konkret mehr Unterstützung brauchen.

Und wie sieht diese Unterstützung aus? Nun, zum einen haben manche der betroffenen Kinder eine sogenannte „Integrationshilfe“, die ihnen an ein paar Tagen pro Woche über die Schulter schaut. Wohlgemerkt, an einigen Tagen, nicht an allen! Dafür reicht das Budget nicht aus. Zusätzlich wird die Klassenlehrerin durch eine Sonderschulpädagogin unterstützt, aber auch das nicht jeden Tag. Denn die Sonderschulpädagogin ist nicht nur für diese, sondern für mehrere Schulen gleichzeitig  zuständig. Ihre Pause verbringt sie im Auto. Und wenn sie nicht da ist, ist die Klassenlehrerin völlig auf sich gestellt. Ohne in ihrem Studium jemals gelernt zu haben, wie man mit Kindern umgeht, die „besondere Bedürfnisse“ haben, wie es immer so schön heißt. Wie das funktionieren soll? Ihr ahnt es, das tut es eben nicht so wie gewünscht. Und so kommt es, dass selbst eine so  engagierte und erfahrene Lehrerin wie Frau Heß mittlerweile Zweifel hegt, ob das wirklich klappen kann mit der Inklusion.

Aber bedeutet das nun  im Umkehrschluss, dass man das Ziel der Inklusion aufgeben muss, weil sie sowieso nicht funktioniert? Tut man den Kindern, mit und ohne Handycap, damit vielleicht sogar unrecht?

Bei der Diskussion, die im Anschluss an den Film stattfand, konnte man fast den Eindruck gewinnen, dass diese Einstellung weit verbreitet ist. Im Publikum saßen außer uns drei „Down-Syndrom-Mamis“ allerdings ausschließlich Lehrer, die bei ihrer täglichen Arbeit das ausbaden müssen, was die Politik bislang verschlafen hat: nämlich die Rahmenbedingungen zu schaffen, die Inklusion erst möglich machen.

Wie die aussehen? Nun, ich hätte da ein paar Ideen:

  • zwei Lehrkräfte für jede Klasse, davon eine mit sonderpädagogischem Hintergrund
  • eine Integrationshilfe für jedes Kind mit Förderbedarf, und zwar immer
  • Inklusion als verpflichtender Bestandteil des Lehramtsstudiums

Dass das alles nicht umsonst zu haben ist, ist klar. Aber Inklusion ist ein Menschenrecht, auch wenn einige das anders sehen mögen. Und die Bundesrepublik hat sich dazu verpflichtet, dieses Menschenrecht umzusetzen. Viel zu lange hat sie aber nichts unternommen und das Thema verdrängt. Nun fehlen die notwendigen Strukturen. Das ist ärgerlich für die betroffenen Lehrer, die nun ausbaden müssen, was die Politik versäumt hat. Noch viel ärgerlicher aber ist es für die Kinder – mit und ohne Handycap – denen echte Lebenschancen genommen werden!

Wenn plötzlich gar nichts mehr geht – 6 Maßnahmen gegen den Super-Stress

Vor etwa 14 Tagen hat es mich eiskalt erwischt. Gerade hatte ich Paul in der Kita abgeliefert und meinen Laptop aufgeklappt, da fingen meine Beine an zu zittern und mir wurde schwindelig. Die Buchstaben auf meinem Bildschirm fingen an zu tanzen und ich musste mich am Tisch festhalten, um nicht rückwärts vom Stuhl zu kippen.

Was war passiert?

Ich hatte an diesem Morgen gefrühstückt, heiß-kalt geduscht und war durch die frische Luft geradelt. Beide Kinder waren ausnahmsweise mal gesund. Alles bestens also und der ideale Zeitpunkt, um ein paar Dinge abzuarbeiten. Einen Blogbeitrag schreiben, die Unterlagen für die Krankenversicherung zusammensuchen und in der Musikschule anrufen, um einen Schnupper-Termin zu vereinbaren.

Aber nichts geht mehr

An all das war an diesem Morgen aber nicht mehr zu denken, denn mein Körper ging in den Generalstreik und klappte einfach zusammen.

Und dass, wo er doch in den letzten Monaten immer so zuverlässig funktioniert hat! In den schlaflosen Nächten mit einem Neugeborenen, das nicht trinken wollte. Im Sommer dann Tag für Tag mit dem Baby in der Manduca, den Einkäufen im Rucksack und dem Dreijährigen an der Hand. Und selbst wenn um mich herum alle schnieften und husteten, fühlte ich mich meistens fit genug, um keinen Termin bei der Frühförderung abzusagen.

Warum also plötzlich dieser Zusammenbruch? Jetzt, wo die Kita-Eingewöhnung  abgeschlossen war und ich endlich Zeit hatte, mir Gedanken um meine berufliche Zukunft zu machen?

Der Körper ist schlau

Mein Körper war wohl einfach schlauer ist als ich selbst und hatte die Notbremse gezogen. Klar habe ich gemerkt, dass das letzte Jahr anstrengend war. Zwei Kinder sind immer eine Herausforderung und wenn eines davon eine Behinderung hat, macht es das nicht gerade leichter. Aber hey, andere haben auch Kinder und gründen während der Elternzeit ein Start-Up, schreiben einen Bestseller und haben nebenbei bemerkt auch noch ganz einen frischeren Teint als ich. Wie wuppen die das bloß alles?

Stress ist individuell

Ich weiß es nicht und letztlich ist es auch egal. Jeder Mensch hat seine persönliche Belastbarkeitsgrenze und es bringt nichts, sich mit anderen zu vergleichen. Dafür bringen wir alle auch zu unterschiedliche Voraussetzungen mit. Wichtig ist nur, zu erkennen, wann es zu viel ist. Und dann auch zu handeln, statt darauf zu setzen, dass es schon irgendwie weitergeht. Denn das tut es nicht auf Dauer, irgendwann bricht jeder zusammen und damit ist dann auch niemandem gedient.

Gibt es eine Lösung?

Ehrlich gesagt nervt es mich, an dieser Stelle meine „besten Tipps gegen Stress“ mit euch zu teilen. Denn ich bin überzeugt, dass nicht wir Menschen etwas falsch machen, wenn wir uns ausgebrannt fühlen, sondern dass der Fehler im System liegt. Wer es schafft, 40 Stunden pro Woche für Geld zu arbeiten, seine Kinder zu netten Menschen zu erziehen, mehr als ein paar Worte täglich mit seinem Partner zu wechseln und dabei noch einen Haushalt am Laufen hält und womöglich etwas für seine Altersvorsorge zurücklegt, der verrate mir bitte, wie er das macht. Allen anderen geht es vielleicht wie mir und der eine oder andere dieser Punkte kommt gelegentlich zu kurz. Oder auch dauerhaft. Und zumindest mich stresst das gewaltig, denn irgendwie muss die Miete ja gezahlt, das Kind bei Laune gehalten und der Altersarmit entronnen werden. Und gar nicht mehr Aufräumen ist halt auch keine Lösung.

Was also tun?

Die wenigsten von uns leben in einer Großfamilie oder Kommune, in der immer jemand da ist, der die Kinder mal kurz übernimmt. Auch sieht es nicht so aus, als würde es in den nächsten Jahren ein bedingungsloses Grundeinkommen geben, das es uns Eltern ermöglichen würde, zumindest mal für eine Weile beruflich etwas kürzer zu treten. Selbst der Rechtsanspruch auf Vollzeit für Arbeitnehmer, die familienbedingt für eine Weile in Teilzeit gearbeitet haben, ist politisch momentan nicht durchsetzbar.

Solange die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen also so sind, wie sie sind, müssen wir uns irgendwie selbst helfen gegen den Stress. Und deshalb verrate ich euch hier eben doch, mit welchen Maßnahmen ich das versuche. Und hoffe, dass ich dem einen oder der anderen von euch damit helfen kann!

1. Akzeptieren, dass alles seine Zeit hat

Vielleicht hilft es euch, wenn ihr euch  bewusst macht, dass alles im Leben seine Zeit hat. Alles auf einmal geht einfach nicht. Bei niemandem. Wer kleine Kinder hat, muss nicht genau dann seine Karriere vorantreiben. Warum auch, wo wir doch alle länger arbeiten werden als unsere Eltern? Was spricht also dagegen, sich mit Ende 40 oder auch später nochmal so richtig ins Zeug zu legen?

Es ist auch nicht schlimm, Lebensträume zu verschieben. Die Rucksackreise durch Asien, der Italienischkurs, was auch immer. Wir setzen uns selbst nur unter Druck, wenn wir glauben, all das genau jetzt machen zu müssen. Klar weiß niemand, was morgen so ist, aber entweder hat sich der Traum dann von selbst erledigt oder wir verwirklichen ihn eben dann.

2. Ich-Zeit reservieren

Wie ich es auch drehe oder wende, ein Tag hat nur 24 Stunden. Leider gehen viele davon für alltägliche Dinge wie Wäsche waschen, Windeln wechseln oder einkaufen drauf. Das kann ich nicht ändern. Was ich aber machen kann, ist eine halbe Stunde am Tag für mich zu reservieren. Das klappt bei mir am besten frühmorgens, wenn die Kinder noch schlafen. Dann nehme ich mir ganz bewusst Zeit für meine Morgenroutine, die so aussieht: Ich öffne das Fenster und atme ein paar Mal tief ein und aus. Dann gehe ich ins Bad und genieße meine Dusche. Anschließend gönne ich mir eine Massage mit Sesamöl.  Den ersten Kaffee genieße ich nur mit meinem Freund in der Küche, bevor wir die Kinder wecken. Wie auch immer eure Routine aussehen mag, plant jeden Tag  eine halbe Stunde Zeit für euch selbst ein. Dann könnt ihr im Anschluss auch für andere da sein.

3. Dinge aufschreiben

Den Termin beim Kinderarzt vereinbaren, alte Kleidung aussortieren, die Bremsen am Fahrrad reparieren – jeden Tag gibt es so unendlich viel zu erledigen! Und eigentlich werde ich nie fertig. Und weil mich das stresst, schreibe ich alles auf. Ja, ich gebe es zu, ich bin ein großer Fan von To-do-Listen, und zwar in elektronischer Form! Die haben im Vergleich zum guten alten Kalender viele Vorteile: Man kann sie mit anderen teilen (ich sage nur „Einkaufszettel“ ;-)) und Unerledigtes wird unbarmherzig in den nächsten Tag hinüber transortiert. So geht nichts verloren und auch wenn man etwas nicht sofort erledigen kann, hat man das Gefühl, sich gekümmert zu haben. Außerdem hilft das Aufschreiben beim Strukturieren der Aufgaben. Ist etwas dringend oder kann es auf nächste Woche verschoben werden? Kann die eine oder andere Aufgabe vielleicht an jemand anderes delegiert werden?

4. Die Informationsflut stoppen

Früher dachte ich immer, ich müsste über das gesamte Weltgeschehen informiert sein.  Bei uns zu Hause gab es eine Tageszeitung und abends lief ganz selbstverständlich die Tagesschau. Diese Gewohnheit habe ich auch im Studium und noch viele Jahre danach beibehalten. Es machte mir Spaß,  bei Diskussionen mitreden zu können. Aber das hat sich geändert. Nachrichten fingen regelrecht an, mich zu stressen. Ob das daran liegt, dass sie immer schneller und lauter auf uns einprasseln? Als ewig vibrierender Alarm auf dem Smartphone? Ich glaube, dass diese permanente Berieselung unser Unterbewusstsein in Stress versetzt. Und schlage deshalb vor, sie einfach auszuschalten! An den meisten DIngen, die jeden Tag geschehen, können wir sowieso nichts ändern, aber wir haben das Gefühl, etwas tun zu müssen. Das gibt uns ein Gefühl der Ohnmacht, das ganz schön belastend sein kann. Das heißt nun nicht, sich überhaupt nicht mehr für das Weltgeschehen zu interessieren! Aber vielleicht reicht es ja auch, sich einmal am Tag für eine halbe Stunde ganz bewusst zu informieren? Und zwar nur über das, was euch wirklich interessiert! Und wenn das der Sportteil der Zeitung oder die neuesten Beikostempfehlunge der WHO sind, was soll’s!  Es ist doch besser, Experte für eine Sache zu sein, für die man gerade brennt, als eine vage Idee von allem Möglichen zu haben, oder?

5. Konflikte offen ansprechen

Einer der größten Stressfaktoren sind für mich Konflikte mit anderen Menschen. Dabei muss es sich gar nicht mal um große Streitereien handeln, ich meine die ganz alltäglichen Reibereien. Wisst ihr, was ich meine? Vielleicht nervt es euch, dass eure Kollegin im Büro immer so laut telefoniert? Oder dass eure Schwiegermutter den Kindern immer Süßigkeiten mitbringt? Geschenke für die Kinder mitbringt? Dann sprecht sie sofort darauf an, freundlich, aber bestimmt! Sonst stauet sich der Ärger mit der Zeit in euch an und irgendwann explodiert ihr. Glaubt mir, ich weiß wovon ich rede.

6. Einmal am Tag ganz achtsam sein

Ihr wisst, ich bin ein Fan von Achtsamkeit. Leider vergesse ich das im Alltag immer wieder. Und ich fürchte, dass ich nicht die Einzige bin, der das so geht. Grund genug also, feste „Achtsamkeitsinseln“ im Alltag zu verankern. Das bedeutet nichts anderes, als sich einmal am Tag voll und ganz auf eine bestimmte Sache zu konzentrieren. Das kann zum Beispiel ein Essen sein, bei dem ihr jeden Bissen ganz bewusst wahrnehmt. Wie fühlt es sich an, zu kauen? Welche Konsistenz hat das Essen, das ich gerade im Mund habe, ist es hart oder weich, heiß oder kalt? Schmeckt es salzig oder bitter?

Wie oft schlingen wir einfach nur schnell irgendetwas herunter, ohne darauf zu achten, wie es uns dabei ergeht. Schade, denn das ist erstens ungesund, macht zweitens keinen Spaß und trägt ganz sicher nicht zur Entschleunigung bei.

Achtsamkeit lässt sich natürlich auch ganz prima unter der Dusche üben. Oder beim Spazierengehen. Was auch immer ihr euch aussucht, lasst euch einfach darauf ein und bewertet nicht, was dabei mit eiuch passiert. Es geht einfach nur darum, die Aufmerksamkeit wieder auf eine einzige Sache zu lenken. Etwas, was die meisten von uns vor lauter Multi-Tasking gar nicht mehr können.

So, jetzt habe ich aber genug geschrieben! Ich hoffe, der eine oder andere von euch kann mit meinen Tipps etwas anfangen. Wie geht ihr denn mit Stress um, habt ihr vielleicht noch andere Tipps? Ich freue mich auf euer  Feedback!