Tu doch einfach, was du willst!

Vor kurzem saß ich mit einer Freundin im Café. Sie erzählte mir, dass sie in Zukunft nur noch die Dinge tun wolle, auf die sie wirklich Lust hat. Großartig, dachte ich, dass sie das durchziehen kann. Aber mit Kindern ist das wohl kaum möglich.

Irgendwie ließ mich die Idee aber nicht mehr los und ich fragte mich, ob da mehr dahinter steckt als der Wunsch nach einem Leben ohne jegliche Pflichten. Denn das ist ganz sicher nicht das, was meine Freundin meint. Schließlich hat sie einen Job, und ich kenne sie als zuverlässige und verbindliche Person. Nein, es ging ihr um etwas anderes. Und zwar darum, wieder mehr ihrem Bauchgefühl zu vertrauen, ihrer Intuition. Denn die sagt uns in der Regel recht zuverlässig, was uns gerade gut tut und was nicht.

Bei mir besteht leider oft eine ziemliche Diskrepanz zwischen dem, was mir mein Bauchgefühl sagt und dem, was andere von mir erwarten. Oder ich selbst. Ich will euch ein paar Beispiele nennen. Vielleicht kommt euch das eine oder andere ja bekannt vor.

Bauchgefühl: Mehr als 20 Stunden Arbeit ist gerade echt nicht drin. Das schaff ich nicht!

Andere (in diesem Fall die Medien): Teilzeitfalle! Das endet ganz sicher in der Altersarmut.

Bauchgefühl: Auch ein behindertes Kind braucht mal eine Pause. Ein ganz „normales“ Familienleben mit Vorlesen, Kuscheln, Spielplatz und Co. reicht doch als Frühförderung aus!

Andere (In diesem Fall der Kinderarzt): Als Eltern haben sie die Verantwortung dafür, dass Ihr Kind gut sprechen lernt! Sie müssen besser werden als die Logopädin und die Übungen drei mal täglich wiederholen.

Bauchgefühl: Ich habe jetzt einfach keine Lust, mit meinem Dreijährigen Dinosaurier zu spielen. Ich will in Ruhe das Abendessen vorbereiten. Er kann doch auch mal alleine spielen.

Andere (in diesem Fall mein Über-Ich, das sich gerne mit anderen Eltern vergleicht): Du musst die Zeit mit deinen Kindern genießen. Sie werden so schnell groß. Und er war doch schon so lange im Kindergarten heute.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mich können solche Gedanken ganz schön runterziehen. Weil sie mir das Gefühl vermitteln, nicht gut genug zu sen. Als Angestellte, als Mutter, als Bloggerin…

Aber eigentlich glaube ich immer mehr, dass es nichts bringt, sich zu irgendetwas zu zwingen. Denn Dinge, auf die wir keine Lust haben, machen wir auch nur mittelmäßig, wenn überhaupt.

Ich finde es nun einmal öde, mit meinen Kindern Lego zu spielen und ich bin sicher, dass ich im Vergleich zu Gleichaltrigen sowieso eine lausige Spielkameradin bin. Dafür lese ich ihnen liebend gerne vor. Und das mache ich glaube ich auch ganz gut. Genauso gerne kuschele ich mit ihnen, wenn sie morgens in mein Bett kommen. Dafür nehme ich mir gerne Zeit. Und wenn ich einigermaßen ausgeschlafen bin, beantworte ich auch gerne die unzähligen „Warum-Fragen“ meines Großen. Das fordert mich zwar immer wieder selbst heraus, regt mich aber auch zum Nachdenken an. So wie vor kurzem: „Mama, warum ist der Paul denn soo lange klein?“

Ich glaube, wenn wir uns auf die Dinge konzentrieren, die uns am Herzen liegen und die wir gerne tun, folgen wir auch unseren Talenten. Vielleicht kann man sogar sagen, unserer Bestimmung. Und tun damit uns selbst und der ganzen Welt einen Riesen-Gefallen. Denn niemand braucht halbherzige Vorleser, mittelmäßige Köche oder lustlose Angestellte. Stattdessen braucht diese Welt Menschen, die in das, was sie tun, ihr  Herzblut stecken. Denn dann ist jeder Beitrag, sei es nun die selbst ausgedachte Geschichte am Abend, das tolle Menue für die besten Freunde oder der gut recherchierte Zeitungsartikel ein Gewinn für alle. Oder wie sehr ihr das?

 

Wenn plötzlich gar nichts mehr geht – 6 Maßnahmen gegen den Super-Stress

Vor etwa 14 Tagen hat es mich eiskalt erwischt. Gerade hatte ich Paul in der Kita abgeliefert und meinen Laptop aufgeklappt, da fingen meine Beine an zu zittern und mir wurde schwindelig. Die Buchstaben auf meinem Bildschirm fingen an zu tanzen und ich musste mich am Tisch festhalten, um nicht rückwärts vom Stuhl zu kippen.

Was war passiert?

Ich hatte an diesem Morgen gefrühstückt, heiß-kalt geduscht und war durch die frische Luft geradelt. Beide Kinder waren ausnahmsweise mal gesund. Alles bestens also und der ideale Zeitpunkt, um ein paar Dinge abzuarbeiten. Einen Blogbeitrag schreiben, die Unterlagen für die Krankenversicherung zusammensuchen und in der Musikschule anrufen, um einen Schnupper-Termin zu vereinbaren.

Aber nichts geht mehr

An all das war an diesem Morgen aber nicht mehr zu denken, denn mein Körper ging in den Generalstreik und klappte einfach zusammen.

Und dass, wo er doch in den letzten Monaten immer so zuverlässig funktioniert hat! In den schlaflosen Nächten mit einem Neugeborenen, das nicht trinken wollte. Im Sommer dann Tag für Tag mit dem Baby in der Manduca, den Einkäufen im Rucksack und dem Dreijährigen an der Hand. Und selbst wenn um mich herum alle schnieften und husteten, fühlte ich mich meistens fit genug, um keinen Termin bei der Frühförderung abzusagen.

Warum also plötzlich dieser Zusammenbruch? Jetzt, wo die Kita-Eingewöhnung  abgeschlossen war und ich endlich Zeit hatte, mir Gedanken um meine berufliche Zukunft zu machen?

Der Körper ist schlau

Mein Körper war wohl einfach schlauer ist als ich selbst und hatte die Notbremse gezogen. Klar habe ich gemerkt, dass das letzte Jahr anstrengend war. Zwei Kinder sind immer eine Herausforderung und wenn eines davon eine Behinderung hat, macht es das nicht gerade leichter. Aber hey, andere haben auch Kinder und gründen während der Elternzeit ein Start-Up, schreiben einen Bestseller und haben nebenbei bemerkt auch noch ganz einen frischeren Teint als ich. Wie wuppen die das bloß alles?

Stress ist individuell

Ich weiß es nicht und letztlich ist es auch egal. Jeder Mensch hat seine persönliche Belastbarkeitsgrenze und es bringt nichts, sich mit anderen zu vergleichen. Dafür bringen wir alle auch zu unterschiedliche Voraussetzungen mit. Wichtig ist nur, zu erkennen, wann es zu viel ist. Und dann auch zu handeln, statt darauf zu setzen, dass es schon irgendwie weitergeht. Denn das tut es nicht auf Dauer, irgendwann bricht jeder zusammen und damit ist dann auch niemandem gedient.

Gibt es eine Lösung?

Ehrlich gesagt nervt es mich, an dieser Stelle meine „besten Tipps gegen Stress“ mit euch zu teilen. Denn ich bin überzeugt, dass nicht wir Menschen etwas falsch machen, wenn wir uns ausgebrannt fühlen, sondern dass der Fehler im System liegt. Wer es schafft, 40 Stunden pro Woche für Geld zu arbeiten, seine Kinder zu netten Menschen zu erziehen, mehr als ein paar Worte täglich mit seinem Partner zu wechseln und dabei noch einen Haushalt am Laufen hält und womöglich etwas für seine Altersvorsorge zurücklegt, der verrate mir bitte, wie er das macht. Allen anderen geht es vielleicht wie mir und der eine oder andere dieser Punkte kommt gelegentlich zu kurz. Oder auch dauerhaft. Und zumindest mich stresst das gewaltig, denn irgendwie muss die Miete ja gezahlt, das Kind bei Laune gehalten und der Altersarmit entronnen werden. Und gar nicht mehr Aufräumen ist halt auch keine Lösung.

Was also tun?

Die wenigsten von uns leben in einer Großfamilie oder Kommune, in der immer jemand da ist, der die Kinder mal kurz übernimmt. Auch sieht es nicht so aus, als würde es in den nächsten Jahren ein bedingungsloses Grundeinkommen geben, das es uns Eltern ermöglichen würde, zumindest mal für eine Weile beruflich etwas kürzer zu treten. Selbst der Rechtsanspruch auf Vollzeit für Arbeitnehmer, die familienbedingt für eine Weile in Teilzeit gearbeitet haben, ist politisch momentan nicht durchsetzbar.

Solange die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen also so sind, wie sie sind, müssen wir uns irgendwie selbst helfen gegen den Stress. Und deshalb verrate ich euch hier eben doch, mit welchen Maßnahmen ich das versuche. Und hoffe, dass ich dem einen oder der anderen von euch damit helfen kann!

1. Akzeptieren, dass alles seine Zeit hat

Vielleicht hilft es euch, wenn ihr euch  bewusst macht, dass alles im Leben seine Zeit hat. Alles auf einmal geht einfach nicht. Bei niemandem. Wer kleine Kinder hat, muss nicht genau dann seine Karriere vorantreiben. Warum auch, wo wir doch alle länger arbeiten werden als unsere Eltern? Was spricht also dagegen, sich mit Ende 40 oder auch später nochmal so richtig ins Zeug zu legen?

Es ist auch nicht schlimm, Lebensträume zu verschieben. Die Rucksackreise durch Asien, der Italienischkurs, was auch immer. Wir setzen uns selbst nur unter Druck, wenn wir glauben, all das genau jetzt machen zu müssen. Klar weiß niemand, was morgen so ist, aber entweder hat sich der Traum dann von selbst erledigt oder wir verwirklichen ihn eben dann.

2. Ich-Zeit reservieren

Wie ich es auch drehe oder wende, ein Tag hat nur 24 Stunden. Leider gehen viele davon für alltägliche Dinge wie Wäsche waschen, Windeln wechseln oder einkaufen drauf. Das kann ich nicht ändern. Was ich aber machen kann, ist eine halbe Stunde am Tag für mich zu reservieren. Das klappt bei mir am besten frühmorgens, wenn die Kinder noch schlafen. Dann nehme ich mir ganz bewusst Zeit für meine Morgenroutine, die so aussieht: Ich öffne das Fenster und atme ein paar Mal tief ein und aus. Dann gehe ich ins Bad und genieße meine Dusche. Anschließend gönne ich mir eine Massage mit Sesamöl.  Den ersten Kaffee genieße ich nur mit meinem Freund in der Küche, bevor wir die Kinder wecken. Wie auch immer eure Routine aussehen mag, plant jeden Tag  eine halbe Stunde Zeit für euch selbst ein. Dann könnt ihr im Anschluss auch für andere da sein.

3. Dinge aufschreiben

Den Termin beim Kinderarzt vereinbaren, alte Kleidung aussortieren, die Bremsen am Fahrrad reparieren – jeden Tag gibt es so unendlich viel zu erledigen! Und eigentlich werde ich nie fertig. Und weil mich das stresst, schreibe ich alles auf. Ja, ich gebe es zu, ich bin ein großer Fan von To-do-Listen, und zwar in elektronischer Form! Die haben im Vergleich zum guten alten Kalender viele Vorteile: Man kann sie mit anderen teilen (ich sage nur „Einkaufszettel“ ;-)) und Unerledigtes wird unbarmherzig in den nächsten Tag hinüber transortiert. So geht nichts verloren und auch wenn man etwas nicht sofort erledigen kann, hat man das Gefühl, sich gekümmert zu haben. Außerdem hilft das Aufschreiben beim Strukturieren der Aufgaben. Ist etwas dringend oder kann es auf nächste Woche verschoben werden? Kann die eine oder andere Aufgabe vielleicht an jemand anderes delegiert werden?

4. Die Informationsflut stoppen

Früher dachte ich immer, ich müsste über das gesamte Weltgeschehen informiert sein.  Bei uns zu Hause gab es eine Tageszeitung und abends lief ganz selbstverständlich die Tagesschau. Diese Gewohnheit habe ich auch im Studium und noch viele Jahre danach beibehalten. Es machte mir Spaß,  bei Diskussionen mitreden zu können. Aber das hat sich geändert. Nachrichten fingen regelrecht an, mich zu stressen. Ob das daran liegt, dass sie immer schneller und lauter auf uns einprasseln? Als ewig vibrierender Alarm auf dem Smartphone? Ich glaube, dass diese permanente Berieselung unser Unterbewusstsein in Stress versetzt. Und schlage deshalb vor, sie einfach auszuschalten! An den meisten DIngen, die jeden Tag geschehen, können wir sowieso nichts ändern, aber wir haben das Gefühl, etwas tun zu müssen. Das gibt uns ein Gefühl der Ohnmacht, das ganz schön belastend sein kann. Das heißt nun nicht, sich überhaupt nicht mehr für das Weltgeschehen zu interessieren! Aber vielleicht reicht es ja auch, sich einmal am Tag für eine halbe Stunde ganz bewusst zu informieren? Und zwar nur über das, was euch wirklich interessiert! Und wenn das der Sportteil der Zeitung oder die neuesten Beikostempfehlunge der WHO sind, was soll’s!  Es ist doch besser, Experte für eine Sache zu sein, für die man gerade brennt, als eine vage Idee von allem Möglichen zu haben, oder?

5. Konflikte offen ansprechen

Einer der größten Stressfaktoren sind für mich Konflikte mit anderen Menschen. Dabei muss es sich gar nicht mal um große Streitereien handeln, ich meine die ganz alltäglichen Reibereien. Wisst ihr, was ich meine? Vielleicht nervt es euch, dass eure Kollegin im Büro immer so laut telefoniert? Oder dass eure Schwiegermutter den Kindern immer Süßigkeiten mitbringt? Geschenke für die Kinder mitbringt? Dann sprecht sie sofort darauf an, freundlich, aber bestimmt! Sonst stauet sich der Ärger mit der Zeit in euch an und irgendwann explodiert ihr. Glaubt mir, ich weiß wovon ich rede.

6. Einmal am Tag ganz achtsam sein

Ihr wisst, ich bin ein Fan von Achtsamkeit. Leider vergesse ich das im Alltag immer wieder. Und ich fürchte, dass ich nicht die Einzige bin, der das so geht. Grund genug also, feste „Achtsamkeitsinseln“ im Alltag zu verankern. Das bedeutet nichts anderes, als sich einmal am Tag voll und ganz auf eine bestimmte Sache zu konzentrieren. Das kann zum Beispiel ein Essen sein, bei dem ihr jeden Bissen ganz bewusst wahrnehmt. Wie fühlt es sich an, zu kauen? Welche Konsistenz hat das Essen, das ich gerade im Mund habe, ist es hart oder weich, heiß oder kalt? Schmeckt es salzig oder bitter?

Wie oft schlingen wir einfach nur schnell irgendetwas herunter, ohne darauf zu achten, wie es uns dabei ergeht. Schade, denn das ist erstens ungesund, macht zweitens keinen Spaß und trägt ganz sicher nicht zur Entschleunigung bei.

Achtsamkeit lässt sich natürlich auch ganz prima unter der Dusche üben. Oder beim Spazierengehen. Was auch immer ihr euch aussucht, lasst euch einfach darauf ein und bewertet nicht, was dabei mit eiuch passiert. Es geht einfach nur darum, die Aufmerksamkeit wieder auf eine einzige Sache zu lenken. Etwas, was die meisten von uns vor lauter Multi-Tasking gar nicht mehr können.

So, jetzt habe ich aber genug geschrieben! Ich hoffe, der eine oder andere von euch kann mit meinen Tipps etwas anfangen. Wie geht ihr denn mit Stress um, habt ihr vielleicht noch andere Tipps? Ich freue mich auf euer  Feedback!

 

Mama packt das Handy in die Schublade und holt Luft…

Die erste Märzwoche ist wie im Flug vergangen. Wollt ihr wissen, ob mir mein Handy gefehlt hat? Nicht eine einzige Sekunde lang, ganz ehrlich! Kurz bevor es losging mit dem Fasten habe ich trotzdem kurz überlegt, meinen Plan über Bord zu werfen. Denn ich hatte vergessen, dass ich Paul ab März ja in die Kita eingewöhnen will (dazu bald mehr!). Ob das ohne Handy klappen würde, erschien mir dann doch fraglich. Schließlich muss ich ja erreichbar sein, wenn mal irgendetwas sein sollte.

Zum Glück habe ich das Fasten dann aber doch gewagt und mein Handy am 28. Februar abends ausgeschaltet und in die Schublade gepackt. Dort liegt es nun und schlummert friedlich.

Und ich fühle mich ein bisschen wie im Wellness-Urlaub 😉 Kein ständiges Vibrieren mehr in meiner Handtasche, kein schnelles Facebook-Daddeln, wenn ich mal wieder auf die Bahn warte. Stattdessen schaue ich mir eben meine Mitmenschen an, amüsiere mich über giftgrüne Socken zu weißen Sneakers oder freue mich mit meinem Sohn über die ersten Knospen an den Bäumen.

Passend zu dieser Entschleunigung habe ich endlich ein Buch gelesen, das schon lange im Regal wartet. Allein der Titel hat mich angesprochen und ich musste es einfach haben, als es im Herbst letzten Jahres erschien: Slow Familiy – Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern von Nicola Schmidt und Julia Dibbern.

Statt Slow Food nun also auch Slow Familiy, interessante Idee, oder? Warum Langsamkeit in Zeiten von höher, schneller, weiter,  Familien gut tut, erklären die beiden Autorinnen witzig und anschaulich. Und statt nerviger Tipps haben sie ganz simple Zutaten, aus denen sich jeder die raussuchen kann, die er für sein persönliches „Glücksrezept“ braucht. Meine Lieblingszutaten sind „mit nackten Füßen übers Gras laufen“ und „land art“ aus Zweigen, Gräsern oder Steinchen, die man unterwegs mit den Kindern so findet. Das tut gut und geht im Prinzip immer und überall, sogar in der Großstadt.

Aber das Beste überhaupt ist in meinen Augen die Idee eines Dorfes, das es braucht, um Kinder großzuziehen. Nur, was tun, wenn man nicht im Dorf, sondern in der Stadt lebt und keine Großfamilie um die Ecke hat? Nicola Schmidt und Julia Dibbern haben gute Ideen, wie man sich sein „Dorf“ trotzdem aufbauen kann. Zum Beispiel, indem man den Nachbarn einfach mal einen Kuchen vorbeibringt. Oder eine Feuerschale auf die Terrasse stellt und die gesamte Straße zum Stockbrotgrillen einlädt. Klingt verrückt und kostet Überwindung? Vielleicht, aber ich finde es mittlerweile viel verrückter, wie isoliert und auf sich allein gestellt die meisten Familien heute leben. Meint ihr nicht?

Falls ihr Lust bekommen habt, das Buch zu lesen, es ist im Beltz Verlag erschienen und kostet 16,95 Euro. Viel Spaß und bis bald!

 

 

Sieben Wochen ohne Smartphone – warum ich dieses Jahr „Handyfasten“ will

Gestern Morgen war ich im Wald spazieren. Mit Paul auf meinem Rücken als einziges Gepäck. Windeln, Wasserflasche und das ganze „Gedöns“, das ich sonst mit mir rumschleppe, blieben zu Hause. Und auch mein Smartphone.

Als dann die Vögel zwitscherten und die Sonne durch die noch kahlen Äste schien, war ich so entspannt und glücklich wie schon lange nicht mehr. Und dieses Gefühl hielt den ganzen Nachmittag an. Plötzlich war mir klar, auf was ich dieses Jahr in der Fastenzeit verzichten will. Auf ständiges Gebimmel beziehungsweise Vibrieren nämlich!

Für mich ist das Fasten ehrlich gesagt ein schwieriges Thema. Die Idee, für eine gewisse Zeit auf etwas zu verzichten reizt mich aber seit eh und je. Nicht aus religiösen Gründen und auch nicht, um meinen Körper zu „entgiften“, sondern weil ich glaube, dass es mir durch diesen Verzicht leichter fällt, mich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Beim Fasten ist mir immer bewusst geworden, dass das Meiste, was ich glaubte, unbedingt zu brauchen, reine Gewohnheit ist. Und Gewohnheiten kann man schon hin und wieder mal hinterfragen, oder? Manche tun uns nämlich schon lange nicht mehr gut und schreien geradezu danach, endlich abgelegt zu werden. Außerdem habe ich beim Fasten immer wieder neue Dinge entdeckt, die mein Leben seitdem bereichern. Nussmus zum Beispiel oder auch grünen Jasmintee 🙂

Die offizielle Fastenzeit für diesen Zweck zu nutzen, macht für mich Sinn, weil es mir hilft, mich mit anderen auszutauschen. Gerade wenn es mal nicht so rund läuft mit dem Fasten. Denn leider bin ich in den vergangenen Jahren regelmäßig an meinen teilweise zu ehrgeizigen Zielen gescheitert. Der Versuch, sieben Wochen komplett auf tierische Produkte zu verzichten, endete dann in der Dönerbude und der, jeglichen Zucker zu streichen, in einer einzigen Tortenschlacht….

Für dieses Jahr wollte ich mir daher ein realistisches, gut erreichbares Ziel setzen, von dem nicht nur ich, sondern die ganze Familie profitiert. Und gestern im Wald fiel endlich der Groschen…

Warum  ich vorübergehend auf mein Smartphone verzichten will

Ich bin ehrlich. Auch wenn ich hier oft über Achtsamkeit schreibe und weiß, wie absolut notwendig sie für mich ist, um in meinem turbulenten Alltag die Nerven zu bewahren, bin ich noch kein Profi. Gerade wenn es um mein Smartphone geht, werde ich ganz schnell unachtsam und erwische mich dabei, wie ich nebenbei mal schnell darauf schaue. Nur mal eben einen Blogbeitrag kommentiere, während ich Paul auf der Schaukel anschubse. Oder meinem Freund schreibe, noch einen Liter Milch mitzubringen und gleichzeitig dem Großen erkläre, wie das Wasser in die Kläranlage kommt…

Vielleicht meint ihr jetzt, dass das doch ganz normal ist, oder? Stimmt, überall wo man hinschaut, sieht man  uns „Handyzombies“. Morgens in der Bahn, nachmittags auf dem Spielplatz und sogar bei Paaren, die gemeinsam im Café sitzen.  Häufig muss ich aufpassen, Leute nicht über den Haufen zu rennen, die nicht auf den Weg, sondern auf ihr Smartphone starren.

Aber am erschreckendsten finde ich, wie viel Zeit ich selbst mit diesem Gerät verschwende, die mir dann für andere Dinge fehlt. Wenn ich statt einem Buch nur  Blogposts oder Facebook-Meldungen lese zum Beispiel. Wenn mir gar nicht auffällt, wie lange es Paul mittlerweile schafft, im Handstütz zu sein, was für ihn ein echter Kraftakt ist. Oder wenn ich mein Essen nicht schmecke, weil ich nebenbei den Online-Einkaufszettel checke…

Als dann vor kurzem sogar mein Sohn meinte: „Mama, leg das Handy weg!“, wurde mir schlagartig bewusst, dass ich den richtigen und maßvollen Umgang mit diesem nützlichen Heflerlein jetzt endlich lernen muss. Wie soll ich ihn sonst meinen Kindern vermitteln? Und da ist ein vorläufiger Komplett-Verzicht vielleicht ein guter Anfang, was meint ihr?

Habt ihr das besser im Griff als ich oder habt ihr auch manchmal das Gefühl, abhängig von eurem Smartphone zu sein? Und verzichtet ihr in der Fastenzeit auf irgendetwas oder findet ihr das überflüssig?

Ich bin wie immer gespannt auf eure Kommentare!

Eure Kathinka

 

 

 

 

 

 

Lob der Langeweile – Kinder brauchen kein Programm!

Wenn ich an meine frühe Kindheit zurückdenke, erinnere ich mich ehrlich gesagt an viele langweilige Nachmitage zu Hause. Da gab es keine musikalische Früherziehung, keinen Zwergentanz und auch kein Kleinkindschwimmen. Stattdessen stand meistens Spielen zu Hause oder bei den Großeltern auf dem Programm, alleine oder mit meinen Brüdern und Cousinen. Und irgendwie fanden wir auch immer etwas Faszinierendes: Das verrostete Karussell auf dem Nachbarsgrundstück, die Goldfische im vermoderten Gartenteich oder die Sauna der Großeltern, in der wir „Wüste“ spielten. Die Erwachsenen hielten sich in der Regel im Hintergrund und griffen nur ein, wenn es richtiges Gezeter gab.

Wie anders sieht dagegen der Alltag meiner eigenen Kinder aus! Mit meinem großen Sohn zog ich damals in der Elternzeit das volle Programm an Aktivitäten durch: Yoga mit Baby, Babyschwimmen und Krabbelgruppe. Das war manchmal nett, oft genug aber nur anstrengend und, um ehrlich zu sein, ziemlich unnötig. Zumindest für mein Baby. Ich selbst genoss es schon, mal vor die Tür zu kommen und Menschen zu treffen, die sich gerade mit ganz ähnlichen Themen auseinandersetzten wie ich selbst.

Mit der Kita hatten sich die ganzen Kurse dann aber schnell erledigt, denn nach einem 8-Stunden-Tag hatten weder mein Sohn noch ich große Lust, irgendwo anders hinzugehen als nach Hause.

Mit Kind Nummer zwei und der Diagnose Trisomie 21 bin ich gar nicht erst auf die Idee gekommen, mich für irgendeinen Kurs anzumelden. Mit zwei bis drei Frühförderterminen pro Woche bin ich ehrlich gesagt reichlich bedient. Und mit dem Wechsel von der privaten Krippe in den öffentlichen Kindergarten ist auch der große Sohn nun ab 15 Uhr zu Hause. Das war in den ersten Monaten eine riesige Umstellung für uns alle. Jeden Morgen zermarterte ich mir den Kopf darüber, wie ich die Kinder am Nachmittag irgendwie bei Laune halten könnte. Mit einer Tour zum Spielplatz am anderen Ende der Stadt, mit Kinderturnen oder auch mit einer gemeinsamen Backaktion. Oft genug gingen die Pläne allerdings nach hinten los, weil uns ein Trotzanfall, eine volle Windel oder einfach nur Regen dazwischenkam. Und dann gab ich einfach auf.

Seit ein paar Wochen gehen wir nach dem Kindergarten direkt nach Hause und machen schlicht und ergreifend NICHTS. Und ihr glaubt ja gar nicht, wie gut das tut! Okay, manchmal gehen wir auch zu einer Freundin oder bekommen selbst Besuch, aber das entscheiden wir ganz spontan. Zugegebenermaßen war es am Anfang schwierig für mich, den Satz „Mama, mir ist soo langweilig“ zu ignorieren. Aber dann habe ich mir einfach gesagt, dass Kinder doch nur kreativ werden können, wenn man ihnen mal nichts vorgibt und dass wir Erwachsenen doch keine Entertainer sind. Ich jedenfalls habe keine Lust, das zu sein. Und siehe da, nach einer Weile Rummeckern baut der Sohn nun Stuhl-Raumschiffe, backt Lego-Kuchen und ziehnt seinen kleinen Bruder auf einem „Schlitten“ durch die Wohnung. Und ich kann währenddessen ganz entspannt einen Tee trinken und mich darin üben, beide Augen zuzudrücken angesichts der Kastanien unter unserer Matratze und der Kuchengabeln im Blumentopf.

Und wenn ich dann mal für einen Moment tief durchgeatmtet habe, dann habe ich auch  richtig Spaß daran, ein Märchen vorzulesen und es mir anschließend mit meinen Jungs mit „Alladin-Kaffee“ gemütlich zu machen. Das ist zwar nichts weiter als geschäumte Milch mit einem Kaffeegewürz von Sonnentor, aber bei meinen Söhnen gerade das Kultgetränk schlechthin.

Und wie handhabt ihr das mit Kinderkursen und Freizeitprogramm? Macht ihr viel mit euren Kids und wenn ja, macht es euch Spaß oder ist es eher Stress? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

 

Schlafen und wachen – oder warum Babyjahre so sehr an die Substanz gehen

Aus aktuellem Anlass möchte ich heute einmal über das Schlafen schreiben. Beziehungsweise über das Nicht-Schlafen. Die meisten Eltern kennen das. Durchgestillte Nächte, stundenlanges Geschrei, blanke Nerven. Nicht umsonst wird Schlafentzug auch als Folterinstrument eingesetzt. Einige Glückliche trifft es nur, wenn der Nachwuchs zahnt oder irgendwie kränkelt. Andere Eltern sitzen bis weit ins zweite oder dritte Lebensjahr ihrer Kinder Nacht für Nacht an deren Bettchen, halten Händchen und trösten über Monster-Alpträume hinweg. Ratet mal, zu welcher Gruppe wir wohl gehören?

Irgendwann wird es besser, versprochen!

Wobei, ich muss sagen, dass unser Großer mittlerweile in den allermeisten Nächte allein in seinem Bett schläft. Abgesehen von besagten Alptraum-Nächten, in denen einer von uns, momentan ist es meistens mein Freund, neben ihm auf dem kalten Boden im Kinderzimmer schlafen muss und Händchen hält. Wir wir soweit gekommen sind? Ehrlich gesagt, keine Ahnung! Wir haben vieles ausprobiert, vom immergleichen Abendritual über das Familienbett bis hin zum nächtlichen Abstillen. Auch Fußmassagen mit Lavendelöl. Geholfen hat eigentlich nichts , bis auf die Zeit, die ins Land ging. Irgendwann scheint es in seinem Kopf einfach „klick“ gemacht zu haben und er hatte genug Vetrauen ins Leben gewonnen, um sich nicht mehr Nacht um Nacht, Stunde um Stunde vergewissern zu müssen, dass da noch jemand an seiner Seite liegt.

Vom Paulus zum…   😉

Der Kleine hingegen war in den ersten Monaten ein völlig unkomplizierter Schläfer. Wir konnten ihn einfach in seinem Bettchen ablegen und irgendwann schlief er dort ganz von alleine ein. Ein echtes Wunder! Ich traute mich kaum, vor anderen Eltern zuzugeben, dass unser 14-Tage-altes Baby nahezu zehn Stunden am Stück schlafen konnte. Nun, jetzt kann ich es ja sagen, diese Zeiten sind nämlich längst vorbei.

Mittlerweile ist der junge Mann nämlich genauso anspruchsvoll geworden wie sein großer Bruder und schläft ausschließlich in unserem Bett. Mitten drin natürlich. Sobald man ihn nur ein klitzekleines Stückchen bewegt ertönt lautstarker Protest. Und obwohl er mittlerweile abends beim Essen ordentlich reinhaut, braucht er mindestens dreimal pro Nacht zusätzlich Milch. Natürlich auschließlich die aus der Brust, Flaschen lehnt er genauso vehement ab wie den Schnuller.

Tja, und ich muss sagen, dass ich, obwohl ich glaubte, mich nach den Erfahrungen mit Kind Nummer 1 durch nichts mehr aus der Ruhe bringen zu lassen, jetzt doch so manches Mal unser Verhalten hinterfrage. Sollten wir konsequenter sein und ihn zurück in sein Bettchen legen? Auch wenn es zehn Anläufe braucht? Oder gar gleich ins Kinderzimmer ausquartieren, Geschrei hin oder her? Schwierig, einen klaren Kopf zu behalten, wenn man so auf dem Zahnfleisch kriecht!

Vorsicht vor einfachen Lösungen!

Wie verführerisch klingen da scheinbar einfache Lösungen von Ratgebern, Verwandten oder aus Internetforen. „Lasst den nur mal schreien, dann ist der Spuk nach ein, zwei Nächten vorbei!“ Oder gerne auch „ihr müsst halt selber mal entspannen, dann entspannt auch das Kind.“ Das diese Aussage übrigens Quatsch ist, beschreibt sehr schön dieser Text.

Gut, und wie sieht die Lösung nun aus? Gibt es überhaupt eine? Ehrlich gesagt, ich bin dankbar für jeden Tipp von eurer Seite in den Kommentaren! Mein persönlicher Schluss ist folgender: Babys und Kleinkinder sind nicht dafür gemacht, „durchzuschlafen“. Das hat evolutionäre Gründe, schließlich müssen sie sicher sein, dass jemand sie beschützt, wenn Gefahr droht. Eltern müssen sich daher bis ins Kindergartenalter darauf einstellen, sich immer wieder die Nächte um die Ohren schlagen zu müssen. Wem es besser ergeht, der darf sich glücklich schätzen und manchmal einfach die Klappe halten.

Und was kann man tun?

Was gegen so einen krassen Schlafentzug hilft? Ich finde: viel frische Luft tagsüber (gut für Eltern und Kinder!), sich abwechseln, soweit irgendwie möglich, auch mal andere Personen einspannen und trotz allem gut für sich sorgen. Zum Beispiel mit einem leckeren und gesunden Frühstück, das hilft, die Nerven zu bewahren. Oder mit einer entspannenden Badewanne am Abend. Außerdem möchte ich allen Leidensgenossen gerne ein Buch ans Herzen legen, von dem ich bereits hier im Blog berichtet habe: Schlafen und Wachen – ein Elternbuch für Kindernächte von William Sears. Der amerikanische Kinderarzt und Vater von acht Kindern räumt darin mit einigen Mythen auf rund um die Themen „Durchschlafen“ und  „Schlafen lernen“. Seinen Rat, das Familienbett als DAS Mittel der Wahl zu betrachten, sehe ich zwar etwas kritisch, weil das meiner Meinung nach einfach nicht für alle Familien passt. Mitgenommen habe ich aber ein Stück mehr Gelassenheit und die Hoffnung, auch ohnequalvolle Schlaflernprogramme, irgendwann mal wieder eine ganze Nacht durchschlafen zu können.

O du stressige? -3 Tipps für eine achtsame und entschleunigte Vorweihnachtszeit

Wer kennt das nicht? Jahr für Jahr nehmen wir uns vor, es dieses Mal ganz gemütlich und entspannt anzugehen im Advent. Plätzchen backen mit den Kindern. Karten schreiben an Freunde, die man viel zu selten sieht, einen Adventskalender basteln…

Spätestens Mitte Dezember kriegen wir dann aber doch Schweißausbrüche angesichts der immer noch fehlenden Geschenkideen, die in überlaufenen Innenstädten einfach nicht aufkommen wollen. Und auch wegen der logistischen Herausforderungen, die die Feiertage am Jahresende so mit sich bringen: Wo verbringen wir Heiligabend? Wer kümmert sich um das Essen? Und wie zum Teufel verklickern wir Tante Heidi und Onkel Franz, dass wir es dieses Jahr leider nicht schaffen werden zum traditionellen Festtagsbraten?

Die Achtsamkeit bleibt auf der Strecke

Angesichts all der übertriebenen Erwartungen, die wir an Weihnachten haben, ist die Zeit davor für viele Menschen zur stressigsten des Jahres geworden. Schade! Denn eigentlich laden die kurzen, dunklen Tage doch regelrecht dazu ein, mal einen Gang runter zu schalten und zur Ruhe zu kommen. Nur, wie soll man das schaffen, wenn um einen herum alle durchdrehen und dem Konsum frönen?

Leider bin auch nicht gerade die Ruhe in Person, wenn ich an die noch fehlende Deko bei uns zu Hause denke und an die Weihnachtsgeschenke für die Kinder. Aber ich habe ein paar Tipps, die euch vielleicht dabei helfen, etwas gelassener ins neue Jahr zu rutschen. Probiert sie aus, Übung macht den Meister, versprochen!

Tipp 1: Den Advent mit allen Sinnen genießen

Bratapfelduft liegt in der Luft. Süßer Plätzchenteig will mit den Händen geknetet (und natürlich auch probiert) werden. In den Fenstern sieht man auf dem Nachhauseweg am Abend bunte Lichter leuchten. Und irgendwo hört man im Vorbeigehen die alten Weihnachtslieder, die man von früher kennt. Der Advent ist eigentlich DIE Gelegenheit, alle Sinne zu schulen und wieder achtsam durchs Leben zu gehen. Das ist nicht nur schöner, als sich beim Black Friday um die letzten Adventskränze zu prügeln, sondern echtes Entspannungstraining. Weil man beim Genießen voll und ganz im Augenblick ist und nicht schon drei Wochen im Voraus bei der Planung des Festtagsmenüs oder der öden Weihnachtsfeier des Sportvereins. Also, nehmt euch die Zeit und genießt, was das Zeug hält!

Tipp 2: Sich zurückziehen

Apropos Weihnachtsfeier. Müssen wir wirklich überall dabei sein? Beim Plätzchenbacken im Kindergarten, der betrieblichen Weihnachtsfeier oder beim alljährlich stattfindenden Gänsebraten-Essen mit den Studienkollegen? Ich finde nicht! Das Leben ist sowieso zu kurz für Halbherzigkeiten und am Ende des Jahres verfliegt die Zeit gefühlt noch viel schneller als sonst. Tut nur das, wonach euch wirklich der Sinn steht. Trefft nur die Menschen, die euch am Herzen liegen. Und hört denen dafür umso aufmerksamer zu. Es ist völlig in Ordnung, eine Einladung freundlich, aber bestimmt auszuschlagen.

Tipp 3: Auf Geschenke verzichten

Dieser Tipp gefällt sicher nicht jedem. Gerade, wer Kinder, Enkelkinder, Nichten oder Neffen hat, verspürt meist den Wunsch, diese an Weihnachten mit Geschenken zu überhäufen. Und die Werbung suggeriert uns ja auch, dass darin der eigentliche Sinn von Weihnachten besteht. Aber seid doch mal ehrlich: Wie viele der Geschenke, die Jahr für Jahr unterm Tannenbaum liegen, fristen bald ein kümmerliches Dasein in einer vergessenen Schublade? Bestenfalls werden sie an Sylvester beim Schrottwichteln erneut unters Volk gebracht. Und stellt euch doch mal vor, wie entspannt Weihnachten wäre, wenn sich niemand verpflichtet fühlen würde, irgendjemandem etwas zu schenken? Hach, ein Traum! Weil das aber nun mal nicht jeder so sieht, machen wir es in unserer Familie seit ein paar Jahren so, dass wir an Weihachten wichteln. Jeder macht also genau ein Geschenk und bekommt auch nur eines. Der Betrag hierfür wird vorher festgelegt, ebenso wer wen beschenkt. Für mich ein Kompromiss, aber immerhin ein erster Schritt zu einem minimalistischen, entspannteren Weihnachten.

Und, wie schafft ihr es, dem Stress in der Vorweihnachtszeit zu entgehen? Ich bin gespannt auf eure Tipps! Genießt den Advent, bis bald!