Voll verzuckert! Das Dilemma mit den Süßigkeiten

Wer hier öfters mitliest weiß, dass ich es liebe, Rezepte mit euch zu teilen. Und auch, dass die immer zuckerfrei sind. Weil ich Zucker für eine ziemlich fiese Sache halte und ihn – zumindest zu Hause – komplett aus unserem Familien-Speiseplan gestrichen habe. Obwohl ich Süßkram liebe. Warum ich bei diesem Thema so streng bin, will ich euch heute erklären. Und auch ein kleines Rezept wird es wieder geben. Natürlich zuckerfrei 😉

 

Selbst ein Zuckerjunkie…

Um es gleich mal vorweg zu nehmen. Ich war ein richtiges Toastbrot- und Nutella-Kind. Statt Wasser trank ich viele Jahre lang nur süße Limo und auch sonst gab es bei mir zu Hause keinerlei Einschränkungen, was den Konsum von Zucker oder Süßigkeiten betrifft. Lange Zeit habe ich mir darüber auch keine Gedanken gemacht, denn ich war trotz allem immer sehr schlank und kam gar nicht erst auf die Idee meine diversen gesundheitlichen Probleme (Akne, periorale Dermatitis, Rheuma mit 20, Schlafstörungen etc.) auf meinen Zuckerkonsum zurückzuführen. Das kam erst später, als ich von zu Hause auszog, andere Ernährungsgewohnheiten und -Glaubenssätze kennenlernte und zum ersten Mal selbst dafür verantwortlich war, was auf meinem Teller landete.

Umdenken in der Schwangerschaft

So richtig fiel der Groschen aber erst in meiner zweiten Schwangerschaft, als meine Frauenärztin bei einer Routineuntersuchung eine schwere Schwangerschaftsdiabetes diagnostizierte. Fälschlicherweise, wie sich später herausstellte. Aber die 14 Tage Schockstarre genügten mir, um mich endlich einmal intensiv mit dem Thema „Zucker“ auseinanderzusetzen. Wegweisend war für mich dabei der Film „Voll verzuckert“ , der mir zum ersten Mal die Tragweite unseres extremen Zuckerkonsums vor Augen führte. Schaut ihn euch am besten selbst an, wenn ihr ihn noch nicht kennt, er ist wirklich spannend!

Ich bin nun keine Ernährungswissenschaftlerin, aber ein paar interessante Fakten zum Thema „Zucker“ möchte ich trotzdem gerne mit euch teilen:

  1. Zucker macht süchtig! Zucker hat auf unser Gehirn in etwa die gleich Wirkung wie Kokain. Und wenn man einmal süchtig ist, ist es nahezu unmöglich, ohne Komplettverzicht wieder zu einem „normalen“ Konsum zurückzukehren. Wenn wir Süßigkeiten essen, steigt unser Blutzuckerspiegel rasant an, fällt aber genauso rasant wieder ab. Das liefert uns keine Energie, sondern führt zu einem Teufelskreislauf, denn unser Körper braucht immer wieder Zuckernachschub. Wie das genau funktioniert und welche Alternativen zu Zucker es gibt, könnt ihr zum Beispiel hier nachlesen.
  2. Ein übermüßiger Zuckerkonsum kann auf Dauer schwere Erkrankungen wie , Fettleibigkeit, Diabetes und Fettleber zur Folge haben. Mehr Infos dazu findet ihr zum Beispiel hier.
  3. Zucker ist ein Nährstoffräuber. Er entzieht unserem Körper B-Vitamine und Mineralstoffe, was nicht nur Zähne und Knochen schwächt, sondern mit den Jahren den gesamten Organismus. Der Wiener Arzt Georg Weidinger, der sich unter anderem auf Traditionelle chinesische Medizin spezialisiert hat, beschreibt die Wirkung von Zucker folgendermaßen:„… was also geschieht, wenn man sehr viel Zucker isst … Der Körper hat dauerhaft Stress und zeigt das durch viele Faktoren wie hohen Blutdruck, hohe Blutfette, Fettleibigkeit, Diabetes Mellitus Typ II, …, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Herz-Kreislauferkrankungen und, und, und.“ (Die Heilung der Mitte, S. 214)
  4. Einige Studien stellen einen Zusammenhang zwischen einem hohen Zuckerkonsum und Alzheimer fest. Auch Hyperaktivität bei KIndern wird oft in Zusammenhang mikt einem hohen Zuckerkonsum gebracht.

Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Aber, worum es mir hier eigentlich geht ist folgendes:

Wie schaffe ich es, meine Kinder vom Zucker fernzuhalten?

Leider muss ich euch gestehen, dass auch ich das nicht komplett nicht schaffe. Zucker ist einfach zu allgegenwärtig und gesellschaftlich immer noch weit akzeptiert. Spätestens seit mein Großer in den Kindergarten geht, habe ich die Kontrolle über seinen Zuckerkonsum ein Stück weit verloren. Muffins hier, Wackelpudding dort und immer wieder zuckersüße Geburtstagstüten. Klar, dass da kein Kind widerstehen kann.

Bei meinem Kleinen habe ich glücklicherweise noch etwas mehr Kontrolle, weil es in seiner Krippe – wie in den meisten Einrichtungen für Unter-Dreijährige – keinerlei Zucker oder Süßigkeiten gibt. Komisch, oder, als wäre Zucker für Über-Dreijährige plötzlich kein Problem mehr. Na ja, momentan ist also noch alles im grünen Bereich und er ist glücklich und zufrieden, wenn er an einem Pfirsich lutschen darf. Und darüber bin ich heilfroh, denn wie viele Kinder mit Trisomie 21 ist auch Paul ein leidenschaftlicher Esser, der nur schwer zu stoppen ist.

Umso wichtiger ist es mir bei ihm, gesunde Essgewohnheuten zu etablieren. Denn in den ersten drei Lebensjahren wird das Geschmacksempfinden für das gesamte Leben ausgebildet . Kinder, die sich dann schon an die unnatürliche Süße von Fruchtjoghurt, Schokoriegel und Co. gewöhnt haben, werden es ihr Leben lang schwer haben, die natürliche Süße von Früchten, Trockenfrüchten als „süß genug“ zu empfinden.

„Schwer haben“ bedeutet aber zum Glück nicht, dass das unmöglich ist. Ich selbst habe wie gesagt erst vor etwa zwei Jahren Zucker komplett aus meinem Speiseplan gestrichen und nach einer kurzen Umstellungsphase empfinde ich normale Süßigkeiten mittlerweile als geradezu eklig süß. Eine Ausnahme mache ich hin und wieder bei Kuchen. Aber nur selbstgebackenen, der hier im Schwabenland zum Glück eh nicht soo süß ist. Ansonsten gilt bei uns die Regel: Zu Hause nur selbst gemachte Süßigkeiten aus Früchten, Trockenfrüchten oder auch mal etwas Honig, aber auch die nur in sehr kleinen Mengen. Unterwegs oder bei anderen dürfen die Kinder hingegen alles probieren. Anders lässt sich in meinen Augen Frust und Futterneid nicht vermeiden. Hier setze ich einfach langfristig auf meine Vorbildfunktion.

Puh, dieser Post ist wirklich lang geworden. Das Thema liegt mir einfach sehr am Herzen. Ich weiß nicht, wie ihr es handhabt mit den Süßigkeiten, das würde mich wirklich interessieren! Ach ja, und fast hätte ich es vergessen, ein „Rezept“ wollte ich ja auch noch mit euch teilen. Dabei handelt es sich schlicht um meine persönlichen „Notfallbonbons“, wenn mich die Lust auf Süßes übermannt. Sie bestehen aus zwei Zutaten und sind so lecker, dass ich selbst eine bekennende Zuckerjunkie-Freundin vor kurzem damit begeistern konnte.

Dattelbonbons mit Mandelmus

Zutaten: Medjool-Datteln (oder andere, die sind einfach besonders weich und süß)

Mandelmus (alternativ Erdnussmus, Kokosmus, Sesammus oder was immer ihr gerne mögt. Achtet nur darauf, dass es zu 100% aus Nuss besteht und kein Salz oder Zucker zugefügt ist)

Die Datteln in der Mitte aufschneiden und mit so viel Nussmus füllen, wie ihr wollt. Bei mir darf es richtig viel sein 🙂 Datteln sind zuckersüß und sollten daher nur in Maßen gegessen werden. Aber im Gegensatz zu Haushaltszucker enthalten sie noch viele wertvolle Mineralien wie Eise, Kalzium und Mangnesium. Nüsse stecken voller gesunder Fette, die gut fürs Herz und Hirn sind. Sie machen also satt, glücklich, schlau und schön. Ist das nicht großartig?

 

Kochen nur für mich allein? Ja, ja, ja!

Weil meine Kinder vormittags in der Kita sind, ich aber (noch) nicht wieder in meinem alten Bürojob arbeite, bin ich mittags in der Regel allein zu Hause. Zum Glück kann ich das auch genießen, schließlich geht der Trubel spätestens um drei wieder los und dann ist Schluss mit der Ruhe.

Was mir aber nach wie vor schwer fällt, ist, es zu genießen, alleine zu essen. Irgendwie finde ich immer, dass die schöne Paprika oder der knackige Salat im Kühlschrank doch zu schade dafür sind, dass ich sie nur für mich selbst zubereite. Deshalb mache ich mir manchmal nur schnell ein Brot oder esse die Müslireste vom Morgen. Kommt euch das bekannt vor?

Wenn ja, dann packt diese Gewohnheit am besten sofort in die Mottenkiste! Da gehört sie meiner Meinung nach nämlich hin. Denn wer gut für andere sorgen will, der muss zuallererst einmal gut für sich selbst sorgen. Das nennt man Selbstliebe und eine gute Portion davon sollte sich jede Mama (und jeder Papa) unbedingt gönnen! Sich selbst etwas Leckeres und Gesundes zum Essen zu machen ist ein erster Schritt. Und weil mir das eigentlich total einleuchtet, habe ich mir heute Mittag mal ein schnelles, aber lecker cremiges Püree aus weißen Bohnen mit gebratener Paprika gemacht. Das war weder kompliziert noch zeitaufwändig. Aus gerade einmal zwei Grundzutaten und ein paar Gewürzen hatte ich so innerhalb von zehn Minuten ein leckeres und gesundes Mittagessen. Soll ich euch verraten wie?

Ein paar Tricks vorweg…

Spontanes Kochen ist übrigens viel einfacher, wenn ihr euch angewöhnt, ein paar Grundvorräte immer zu Hause zu haben. Bei uns sind das zum Beispiel folgende:

  • frisches Gemüse und Obst der Saison (kommt einmal pro Woche in Form einer Biokiste zu uns nach Hause)
  • schnell kochende Getreideprodukte wie Couscous, Hirse, Buchweizen, Vollkornnudeln
  • Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen, weiße, schwarze oder rote Bohnen (getrocknet und im Glas)
  • hochwertige Pflanzenöle (Olivenöl, Kokosöl, Sesamöl etc.)
  • frische und getrocknete Kräuter und Gewürze

Wenn ihr am Wochenende Zeit habt, kocht doch mal einen größeren Vorrat an Naturreis, Hirse oder Hülsenfrüchten vor. Unter der Woche könnt ihr das dann einfach mit  frischem Gemüse, Öl, Salz und Pfeffer mischen und habt so in wenigen Minuten ein leckeres und gesundes Essen parat.

Nun aber zu meinem Mittagessen, das so einfach ist, das ist mich schon frage, ob ich es wirklich als Rezept bezeichnen kann…

Weißes Bohnenpüree mit Paprika

#hummus; #vegan; #paprika; #Hülsenfrüchte; #cleaneating

Zutaten:

1 Glas weiße Bohnen (am besten in Bioqualität, da sonst oft Zucker oder andere unnötige Zusatzstoffe enthalten sind)

1 Paprika

gutes Olivenöl

ein paar Blätter Basilikum

Salz, Pfeffer, Kumin, Hefeflocken (optional)

Für das Püree werden die Bohnen inklusive der Flüssigkeit aus dem Glas zusammen mit Salz, Pfeffer, Hefeflocken und Kumin in einem Standmixer gemixt, bis die Konsistenz schön sämig ist. Ein Pürierstab tut es genauso. Die Hefeflocken geben einen etwas „käsigen“ Geschmack, den ich persönlich sehr mag und stecken zudem voller B-Vitamine. Ihr könnt sie aber auch weglassen. Überhaupt dürft ihr das Püree natürlich so würzen, wie es euch am besten schmeckt. Zum Beispiel mit Curry oder Paprika statt Kumin. Oder ihr mixt einen Löffel Sesammus dazu. Statt der weißen Bohnen passen auch Kichererbsen. Dann habt ihr ein klassisches Hummus.

Die Paprika in Streifen schneiden und in einer Pfanne mit reichlich Olivenöl anbraten. Dann mit Salz und Pfeffer würzen und mit ein paar Blättchen Basilikum bestreuen. Basilikum schmeckt übrigens nicht nur lecker frisch, sondern gilt auch als antibakteriell. Zudem soll er sogar gegen Stress wirken. Also wie gemacht für Eltern, wie ich finde 😉

Das Pürree zusammen mit den gebratenen Paprika auf einem Teller schön anrichten und genießen. Es schmeckt übrigens auch kalt noch sehr gut. Guten Appetit!

Yummy! Bananeneis mit Erdbeeren

Endlich ist er da, der Sommer! Für meine Jungs bedeutet das vor allem, endlich weg mit den blöden Socken, endlich Erdbeeren und Tomaten und endlich Eis! Ja, auch Paul hat bereits im zarten Alter von 14 Monaten seine Vorliebe für Eis entdeckt, viel früher als sein großer Buder damals. Aber wie sollte ich es ihm auch vorenthalten, wo doch alle schier verrückt danach sind…

Zum Glück habe ich letzten Sommer Nicecream entdeckt. Schon mal davon gehört? Nicecream ist nicht mehr und nicht weniger als Eis aus gefrorenen Bananen. Sie kommt ohne zusätzlichen Zucker aus, sodass ich keinerlei Hemmungen habe, auch meinem einjährigen Schleckermaul zu erlauben, die eine oder andere Portion davon zu naschen. Und das Beste ist, es dauert keine zehn Minuten, Nicecream zu machen! Geht also auch bei spontanen Eisgelüsten nach einem Tag im Freibad oder auf dem Spielplatz. Vorausgesetzt, ihr habt immer gefrorene Bananen im Tiefkühlschrank. Kann ich im Übrigen nur empfehlen! 😉

Grundrezept für Nicecream (Bananeneis)

pro Person circa eine sehr reife, tiefgefrorene Banane

etwas Flüssigkeit (Milch, Sahne, Kokosmilch etc.)

So geht’s:

Die Bananen am besten schon am Vortag kleinschneiden und in einer Tupperdose gefrieren. Ich kaufe im Supermarkt immer die mit den braunen Flecken, denn die sind besonders süß und friere dann gleich einen großen Vorrat ein.

Die Bananen circa zehn Minuten antauen lassen und dann im Standmixer so lange mixen, bis sie eine cremige Konsistenz haben. Wenn ihr wie ich keinen superteuren Hochleistungsmixer habt, gebt ein bisschen Flüssigkeit hinzu, das hilft ungemein!

Das Bananeneis schmeckt schon pur unglaublich lecker! Noch toller wird es, wenn ihr eine Handvoll Beeren (Erdbeeren, Blaubeeren, Himbeeren…), Nüsse oder Kakao mitmixt. Mein persönlicher Geheimtipp für diesen Sommer: Erdbeeren und Kakaonibs! Gebt die Kakaonibs erst am Ende mit in den Mixer , dann bleiben sie schön knusprig. Die Erdbeeren könnt ihr ebenfalls mitmixen oder einfach dazu essen. Aber Vorsicht, sie werden gerne vorher alle weggenascht. Und dann sehen eure Kinder womöglich aus wie Paul auf dem Foto…..

Viel Spaß beim Ausprobieren und ein sonniges Wochenende!

Baby-led-weaning und Down-Syndrom – geht das überhaupt?

In meinem allerersten Post hier auf dem Blog habe ich euch berichtet,  warum ich ein Fan von Baby-led-weaning bin, der breifreien Beikost für Babys. Die Verfechter dieser Methode, die von der englischen Hebamme Gill Rapley entwickelt wurde, gehen davon aus, dass Babys selbst wissen, wann sie bereit sind für Beikost. Und dass sie dann auch alleine mit den Händen essen können und nicht gefüttert werden müssen. Erlaubt ist dabei das Meiste, was die Erwachsenen selbst essen. Einen festen Plan, in welcher Reihenfolge und in welchem Tempo Lebensmittel eingeführt werden, gibt es nicht.

Deshalb ist Baby-led-weaning vor allem eine Methode für Eltern, die festen Plänen grundsätzlich eher skeptisch gegenüberstehen. Und für Kinder, die schon als zahnlose Zwerge ihren eigenen Kopf haben und lieber selbst nach dem Essen greifen, als sich mit dem Löffel füttern zu lassen. Eine Methode für unsere Familie also 😉

Mir fiel damals jedenfalls ein Stein vom Herzen, als ich mich endlich dazu durchgerungen hatte, keinen Brei mehr zu kochen. Denn erstens verursachten die Mengenangaben in den Rezepten bei mir nur Chaos im Kopf – ich koche sonst eher nach Gefühl – und zweitens landete der Brei sowieso nur auf meinen Still-Shirts und nicht im Magen meines Sohnes. Denn der mochte ihn einfach nicht, egal ob mit Möhre oder Pastinake, selbst gekocht oder aus dem Gläschen.

Was er aber sehr wohl mochte war, selbst mit den Händen im Essen zu matschen. Und sich ab und an mal etwas davon in den Mund zu stecken. Viele Kinder mögen das und warum auch nicht? Abgesehen von den Putz-Sessions danach war das Ganze schließlich auch für uns Eltern entspannter. Wir mussten keine extra Baby-Mahlzeiten mehr kochen und genossen unser Essen, während der Kleine mit seinem Fingerfood beschäftigt war.

Und weil ich so überzeugt von den Vorteilen des Baby-led-weaning war und bin, wollte ich selbstverständlich auch Paul nicht mit Brei füttern. Kinder sind schließlich keine Stopfgänse!

Aber ob das mit dem Fingerfood auch bei einem Kind mit Trisomie 21 klappen würde?

Nun, wir haben es versucht und nach einem Jahr würde ich diese Frage mit „jein“ beantworten.

Vieles geht, aber es braucht Geduld!

Kinder mit Down-Syndrom können viel lernen, aber sie brauchen für alles mehr Zeit. Das gilt auch für die Voraussetzungen zum selbstständigen Essen: aufrecht sitzen können, den Pinzettengriff beherrschen, kauen. Meistens lassen die ersten Zähnchen auf sich warten. Auch bei Paul ist das so, mit einem Jahr hat er noch immer keinen einzigen. Das lässt manches zu einer echten Herausforderung für ihn werden, man denke nur an Apfelschnitze! Abgesehen von den fehlenden Zähnen ist bei Kindern mit Down-Syndrom häufig auch die gesamte Mundmotorik etwas schwach.

Trotzdem isst Paul mittlerweile ganz normal bei uns am Familientisch mit. Das heißt, wir kochen nichts Spezielles für ihn. Wann immer möglich, lasse ich ihn selbst essen. Bei Bananen zum Beispiel klappt das prima, denn die sind handlich und weich. Auch Brot geht einigermaßen. Oder Ofengemüse.

Meinen ursprünglichen Plan, ihn überhaupt nicht zu füttern, musste ich allerdings über Bord werfen. Denn Paul signalisiert mir dann lautstark, dass er hungrig ist und es ihm nicht schnell genug geht. Und ja, ein bisschen bequem ist er schon auch. Oft sitzt er am Tisch und macht einfach den Mund auf. Der Löffel wird schon kommen, wie im Schlaraffenland, haha! Da muss ich ihn dann schon auch mal animieren, selbst zuzugreifen. Meist geht das aber erst, wenn der große Hunger gestillt ist.

Ein Kind zu füttern bedeutet für mich aber trotzdem nicht zwingend, ihm Brei zu geben. Denn ich will, dass Paul von Anfang an eine große Bandbreite an Geschmäckern und Konsistenzen kennenlernt. Also haben wir unsere Familienkost ein bisschen umgestellt. Es gibt nun häufiger mal Suppe, Risotto, oder Ofengemüse, das passt für alle.

Last but not least- mein neues Lieblingsfrühstück

Aber bevor ich es vergesse möchte ich heute noch mein aktuelles Lieblingsfrühstück mit euch teilen. Es ist schnell gemacht und sehr lecker und man braucht auch keine Zähne, um es zu essen 😉 Guten Appetit und bis bald!

Schokoladige Smoothie-Bowl

Zutaten für zwei Erwachsene und zwei Kinder:

eine reife Avocado

eine große, reife Banane

eine Handvoll Haferflocken

ein bis zwei Esslöffel Kakaopulver (ohne Zucker)

zwei bis drei Esslöffel Mandelmus

150-200 ml Mandelmilch (alternativ Kuhmilch oder jede andere Pflanzenmilch)

als Topping: zum Beispiel Gojibeeren, Mandeln, gepuffte Quinoa

Zubereitung:

Banane und Avocado schälen und klein schneiden. Zusammen mit allen anderen Zutaten im Mixer pürieren. Die Konsistenz sollte so sein, dass der Smoothie gelöffelt werden kann. Bei Bedarf einfach mehr Haferflocken oder mehr Flüssigkeit dazugeben. Den Smoothie dann auf vier Müslischalen verteilen und mit einem Topping eurer Wahl bestreuen. Bei uns gab es heute Morgen Mandeln, gepuffte Quinoa und Gojibeeren. Für Paul lasse ich die Mandeln weg.

 

 

Knuspermüsli für Schoko-Junkies in zwei Varianten

Nieselregen, Trotzanfälle, schlaflose Nächte. Die letzten Wochen waren bei uns teilweise ganz schön nervenaufreibend! Und auch wenn jetzt morgens schon die Vögel zwitschern, wenn ich aufwache, wird der Frühling wohl noch eine Weile auf sich warten lassen…

Deshalb brauche ich gleich zum Frühstück etwas Stimmungsaufhellendes, Leckeres, das außerdem noch wach macht. Schokolade! Und zwar in ihrer reinsten Form.

Nach einigem Herumtüfteln habe ich nun ein knuspriges, schokoladiges Müsli gebacken, das all diese Anforderungen erfüllt und das ihr ohne schlechtes Gewissen schon frühmorgens genießen dürft, denn es ist vollgepackt mit gesunden Zutaten: Roher Kakao wirkt stimmungsaufhellend und anregend, Haferflocken halten dank der vielen Ballaststoffe lange satt und stecken voller gesunder Proteine und Mineralstoffe. Mandeln enthalten wertvolle ungesättigte Fette, die nicht etwa dick machen, sondern uns vor Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen können. Außerdem stecken sie voller Antioxidantien und gelten deshalb als Anti-Aging-Mittel schlechthin.

Darüber hinaus ist das Müsli aber soo lecker, dass man gar nicht genug davon kriegen kann. Und für all diejenigen, die wie ich einen kleinen, zahnlosen Mitesser am Tisch sitzen haben, gibt es noch eine abgewandelte Baby-Variante. Viel Spaß beim Ausprobieren und lasst es euch gutgehen!

Knuspermüsli mit Mandeln und Kakaonibs

Zubereitungszeit: 25 Minuten

Zutaten für ein großes Schraubglas:

3 Tassen Haferflocken

3/4 Tasse Kakaonibs

1 Tasse gehackte Mandeln

3/4 Tasse natives Kokosöl (im Topf flüssig gemacht)

1/2 Tasse Ahornsirup oder anderes Süßungsmittel nach Wahl

3 gehäufte Esslöffel Rohkakao

Zubereitung:

Haferflocken, Kakaonibs und gehackte Mandeln in eine große Schüssel geben. Das flüssige Kokosöl und den Ahornsirup dazu geben und mit einem großen Löffel gut durchmischen. Im vorgeheizten Backofen auf einem Backblech mit Backpapier bei 180 Grad Umluft 15-20 Minuten knusprig backen. Dabei gelegentlich umrühren, damit nichts anbrennt.

Backblech aus dem Ofen holen und das rohe Kakaopulver zur Müslimischung geben. Alles nochmal durchmischen und auskühlen lassen. Erst dann in ein luftdicht verschlossenes Gefäß füllen. Das Müsli hält sich im Küchenschrank circa drei Wochen, aber so lange werdet ihr es kaum aufheben 😉

Baby-Variante für zahnlose Ungeheuer

Wer noch keine oder nur sehr wenige Zähne hat, kann noch keine ganzen Mandeln essen. Außerdem verzichten Babies im ersten Lebensjahr am besten komplett auf jegliche Süßungsmittel, denn sie haben noch so feine Geschmacksnerven, das sie diese schlicht nicht brauchen. Honig und Ahornsirup können außerdem Sporen des Bakteriums Clostridium botolinum enthalten, das für Babies lebensbedrohlich sein kann.

Roher Kakao wirkt außerdem wie gesagt anregend und hat eine ähnliche Wirkung wie Koffein. Gut für übernächtigte Eltern, aber nicht unbedingt für Babies. Aber kein Problem, für Paul und seine Altersgenossen ändern wir das Rezept einfach ein bisschen um. Statt ganzer Mandeln gibt es Mandelmus und statt Kakao Carobpulver. Das schmeckt angenehm süß und macht weitere Süßungsmittel überflüssig.

Zutaten für ein kleines Schraubglas:

1 Tasse Haferflocken

1/2 Tasse natives Kokosöl, flüssig

1 großer Esslöffel Mandelmus

1 großer Esslöffel Carobpulver. Gibt es zum Beispiel von Rapunzel.

Zubereitung:

Die Haferflocken mit dem Mandelmus, dem Carobpulver und dem flüssigen Kokosöl vermischen und auf einem mit Backpapier belegten Backblech im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad circa 20 Minuten knusprig backen. Umrühren nicht vergessen!  Wenn das Müsli nach dem Backen abgekühlt ist, in ein kleines Schraubglas füllen. Pauli liebt es übrigens mit Banananscheiben.

Noch keine Ideen für Weihnachten? -Drei einfache Geschenke zum Selbermachen

Vor ein paar Wochen habe ich euch hier im Blog berichtet, wie ich versuche, dem allgemeinen Stress in der Vorweihnachtszeit zu entgehen. Einer meiner „Tricks“ besteht darin, die Anzahl der Geschenke auf ein Minimum zu reduzieren. Nicht, weil ich anderen nicht gerne eine Freude mache oder mich nicht freue, wenn andere an mich denken. Nein, es geht mir vielmehr darum, mich im Advent und an Weihnachten auf das Wesentliche zu konzentrieren und unnötigen Ballast zu vermeiden.

Worum geht es im Advent?

Für mich ist es am Ende des Jahres wichtig, einen Gang zurückzuschalten, das Jahr Revue passieren zu lassen und Bilanz zu ziehen. Dafür muss ich zur Ruhe kommen und wieder mehr nach innen schauen, statt wie wild durch die Innenstadt zu rennen, um Geschenke zu besorgen.

Aber genauso wichtig ist mir in der Weihnachtszeit, an die Menschen zu denken, die mir am Herzen liegen. Geschenke sind eine Möglichkeit, das zu tun, wenn auch nicht die einzige. Warum nicht mal wieder die alte Schulfreundin anrufen, die man schon so lange nicht gesprochen hat? Oder ganz altmodisch ein paar Weihnachtsgrüße per Post verschicken?

Oder eben die Geschenke selbst machen…

Eine andere Möglichkeit ist es, Geschenke einfach selbst zu machen. Das bedeutet, sich ganz bewusst Zeit zu nehmen, um jemand anderem eine Freude zu machen. Tolle Idee, finde ich. Leider bin ich eine Niete, was jede Art von Handarbeit betrifft. Also lag es nahe, irgendetwas in der Küche zu fabrizieren. Meine Kinder habe ich dabei auch eingespannt, was für alle lustig war. Der Kleine durfte einfach in der Trage dabei sein und der Große alle nötigen Utensilien  suchen. So konnte ich ganz in Ruhe herumwerkeln, was mich mehr in Weihnachtsstimmung versetzt als jeder Weihnachtsmarkt. Mein schönstes (Vor-)Weihnachtserlebnis war übrigens mal ein 23. Dezember, den ich als Teeanger komplett damit verbrachte, meiner guatemaltekischen Gastoma zu helfen, mindestens 500 Mais-Tortillas für die Großfamilie vorzubereiten. Eine echte Achtsamkeitsmeditation! Da man damit hierzulande aber eher wenige begeistern kann, verrate ich euch jetzt, womit ich in diesem Jahr meinen Lieben eine Freude machen will. Vielleicht inspiriert das ja den einen oder anderen von euch. Übrigens sind alle Ideen schnell und einfach umsetzbar, versprochen!

Idee 1. Meersalz-Peeling mit Orange und Minze

Das brauchst du:

  • Schale von 1 Orange
  • 1 Zweig Pfefferminze
  • Olivenöl
  • grobkörniges Salz
  • feinkörniges Salz

So geht’s:

Schäle die Orange mit einem Sparschäler und schneide die Schale in kleine Würfel. Schneide die Minze in feine Streifen und lege ein kleines Blättchen als Deko beiseite.Vermische die beiden Salzsorten mit dem Öl, so dass eine homogene Masse entsteht. Das Salz soll nicht im Öl schwimmen. Gib die Orangenschale und die Minze zu dem Salz-Öl Gemisch und durchmenge alles mit den Händen (toller Peeling-Effekt!). Fülle das fertige Peeling in ein sauberes Glas und lege ein Minzblättchen oben auf. Fertig!

Idee nach Cadika Lifestyle

 Idee: 2. Badesalz mit Lavendel

Das brauchst du:

  • drei kleine Fläschchen à 100 ml (zum Beispiel diese)
  • pro Flasche 6 EL grobes Meersalz und 3 EL Glaubersalz ( gibt es in der Apotheke)
  • zum Färben: 1 TL Cranberrysaft (Drogeriemarkt)
  • je 5 Tropfen Lavendel-Duftöl (zum Beispiel von Primavera)

So geht’s:

Vermische die Salzsorten. Gib dann den Cranberrysaft dazu und trockne das Salz im Ofen bei 50 Grad. Das dauert circa 20 Minuten. Erst nach dem Trocknen kommt das Duftöl dazu. Fülle das fertige Badesalz nun in die Fläschchen. Fertig!

Idee nach Brigitte.de

Idee 3. Weihnachtliches Knuspermüsli

Mein Grundrezept für Knuspermüsli findet ihr hier. Das Rezept lässt sich natürlich beliebig abwandeln. Weihnachtlich wird es, wenn man zur Mischung aus Getreideflocken und Öl Gewürze hinzugibt. Meinem Weihnachtsmüsli habe ich daher Lebkuchengewürz beigemischt. Das ist meist eine Mischung aus Zimt, Vanille und Muskat. Auch Walnüsse und Mandeln machen das Müsli weihnachtlich. Oder versucht es mal mit getrockneten und kandierten Orangen. Schöne Gläser zum Befüllen und Verschenken gibt es zum Beispiel hier.

Viel Spaß beim Ausprobieren und einen schönen Advent weiterhin!

Easy peasy 20-Minuten-Plätzchen

Plätzchen backen gehört für mich zum Advent dazu. Klar kann man die auch kaufen, aber es geht doch nichts über den Duft nach selbstgebackenen, süßen Plätzchen in der Wohnung. Und für Kinder ist Ausrollen, ausstechen und Teig naschen sowieso das Größte. Also haben wir am vergangenen Wochenende gebacken und hatten dabei  viel Spaß.

Mit dem Rezept, das ich heute mit euch teilen möchte, war das kein Problem, denn es ist kinderleicht und bis man die Plätzchen naschen kann dauert es, abgesehen von der Kühlzeit, keine 20 Minuten. Gefunden haben wir das Rezept  übrigens in meinem Lieblingskinderkochbuch Junika beginnt zu essen, das ich euch echt ans Herz legen kann! Die beiden Autorinnen haben auch einen schönen Blog, von dem ich mich immer wieder inspirieren lasse. Alle Rezepte sind schon für ganz kleine KInder im Beikostalter geeignet, absolut gelingsicher und immer  super lecker.

Das Plätzchenrezept aus dem Buch habe ich als Basis genutzt und dann einfach nach meinen Vorstellungen abgewandelt. Im Advent lässt es sich zum Beispiel wunderbar mit Gewürzen wie Zimt, Anis oder Vanille ergänzen. Da kann sich jeder nach Lust und Laune austoben.

In die Plätzchen kommt übrigens kein Zucker, sondern nur zerdrückte Banane. Deshalb sind sie auch schon für kleine Essanfänger wie meinen Sohn Paul geeignet. Er fand sie dann auch echt gut  :-). Wer aber an den extrem süßen Geschmack „normaler“ Weihnachtsplätzchen gewöhnt ist, dem fehlt es wahrscheinlich etwas an Süße. Nehmt dann vielleicht beim ersten Mal etwas mehr Banane oder zusätzlich ein paar pürierte Datteln dazu. Der Geschmackssinn braucht eine Weile, um sich an weniger Süße zu gewöhnen. Aber es lohnt sich, durchzuhalten, denn irgendwann findet man fertige Plätzchen oder Kuchen vom Bäcker gar nicht mehr so lecker und auch der Schokoriegel in der Schublade macht einen nicht mehr so an…

So, nun aber das versprochene Rezept. Viel Spaß beim Ausprobieren und einen schönen Advent weiterhin!

Butterkekse (Zutaten für ein Blech)

125 Gramm Dinkelmehl

50 Gramm Banane (eventuell mehr)

75 Gramm Butter

Die Schale einer geriebenen Orange

optional Gewürze (bei uns dieses Mal Vanille)

Die Butter in kleine Stücke schneiden und alle Zutaten zu einem glatten Mürbeteig verarbeiten. Das geht gut mit dem Knethaken der Küchenmaschine. Danach muss der Teig für circa eine Stunde in den Kühlschrank. Mein Tipp: Macht das am Morgen ohne Kinder, denn die sehen nicht ein, warum sie so lange warten müssen 😉

Den Teig dann etwa 5 mm dick ausrollen und nach Belieben Formen ausstechen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und im vorgeheizten Backofen bei 150 Grad Umluft circa zehn Minuten backen. Bei sehr dicken Plätzchen und einem alten Ofen kann es auch 15 Minuten dauern, im Zweifel lieber mal den Ofen aufmachen und testen. Das war’s schon, ihr seht, Plätzchenbacken kann echt easy sein.