Guter Hoffnung oder doch eher voller Sorge? – Schwanger sein mit einem behindertem Kind

Ihr Lieben, ich habe Neuigkeiten. Ich bin wieder schwanger, im August erwarten wir unser drittes Kind!

Wow, drei Kinder, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet, als ich meinen Freund vor 5 Jahren kennenlernte und wir schon recht bald feststellten, dass ich schwanger war. Doch trotz der chaotischen Umstände damals – wir kannten uns noch nicht lange und waren beide frisch getrennt – freute ich mich riesig und ging ganz selbstverständlich davon aus, dass alles schon irgendwie gut gehen würde.

Auf dem Foto seht ihr mich ein paar Wochen vor der Entbindung damals. Wir hatten gerade den Wickeltisch aufgebaut, bei dm einen Riesenvorrat an Windeln besorgt und meine Kliniktasche war gepackt . Ich fühlte mich gut vorbereitet für alles, was kommen würde und war guter Hoffnung, wie man so schön sagt.

Dieses Mal fühlt es sich anders an

Heute, vier Jahre später, blicke ich ein wenig wehmütig zurück auf diese Zeit. Die große Aufregung von damals empfinde ich so nicht mehr. Schade eigentlich. Ob das normal ist beim dritten Kind?

Und ja, die Tatsache, bereits ein behindertes Kind zu haben, macht die Sache nicht unbeschwerter. Nicht etwa, dass ich Angst davor habe, „so etwas“ könnte mir noch einmal passieren. Ganz im Gegenteil! Ich halte die Wahrscheinlichkeit für sehr gering, die Statistik habe ich schließlich bereits erfüllt, haha! Außerdem weiß ich, dass wir, im Fall der Fälle, gut vorbereitet sind. Nach zwei Jahren als „Behinderteneltern“  kennen wir uns aus im Dschungel von Frühförderangeboten, Inklusions-Anträgen und wissen zudem, was wir als Familie alles nicht brauchen.

So weit so gut. Doch zu allem Selbstbewusstsein, das ich mir als Mutter zugelegt habe, gesellt sich auch eine Müdigkeit. Und ich denke jetzt nicht an die schlaflosen Nächte, die uns erwarten. Vielmehr bin ich müde, wenn ich an die vielen, teilweise auch unausgesprochenen, Fragen und Bedenken denke, mit denen ich gerade so konfrontiert werde. So fragt mich meine Frauenärztin bei jedem Besuch aufs Neue, ob ich nicht doch eine Feindiagnostik wünsche. Sie wolle mir ja nichts aufdrängen, aber bei meiner Vorgeschichte sei das doch vielleicht empfehlenswert.

Und jedes Mal wieder antworte ich ihr, dass ich das nicht wünsche, nein. Und auch sonst keine Untersuchungen, die ich aus eigener Tasche zahlen muss und die in meinen Augen nur dazu beitragen, die Schwangerschaft, die doch eigentlich eine Zeit der guten Hoffung sein sollte, zu einem außergewöhnlichen Risiko zu erklären.

Ich möchte diesen Beitrag heute dafür nutzen, um meine Position ein für alle mal klar und deutlich zu äußern und hoffe, dass ich so dazu beitrage, anderen Frauen den Rücken zu stärken.

1. Wer ein Kind will, bestellt immer das komplette Paket !

Liebe Frauen, macht euch das bitte bewusst. Auch die modernste Diagnostik schließt nicht aus, dass euer Kind zu früh, krank oder mit einer Behinderung auf die Welt kommen kann. Genetische Besonderheiten wie das Down-Syndrom kann man heute zwar ziemlich eindeutig diagnostizieren, aber kein Arzt der Welt kann euch vorhersagen, ob euer Kind viel zu früh auf die Welt kommen, bei der Geburt einen Sauerstoffmangel erleiden oder mit 3 Jahren einen Autismus entwickeln wird.

Ich erinnere mich an ein Paar aus dem Freundeskreis, dessen zweites Kind in der 25. Schwangerschaftswoche zur Welt kam und nicht selbstständig atmen konnte. Nach drei Monaten mussten die beiden es wieder gehen lassen. Auf so etwas kann einen niemand vorbereiten und auch die beiden traf es damals wie ein Schlag. Trotzdem würden sie keinen Augenblick mit ihrem kleinen Mädchen missen wollen.

Ich will hier ganz sicher nicht Angst und Schrecken verbreiten, im Gegenteil! Die meisten Schwangerschaften verlaufen völlig unauffällig und die meisten Kinder kommen gesund und munter zur  Welt. Dennoch gehören Krankheiten, Behinderungen und der Tod zum Leben einfach dazu. Und, so traurig und ungerecht es manchem erscheinen mag, auch kleine Kinder sind davon nicht ausgenommen. Wer sich für ein Baby entscheidet, entscheidet sich immer automatisch auch dafür, es dem Leben auszusetzen. Mit allem, was dazugehört.

Ich persönlich finde diese Erkenntnis irgendwie beruhigend, nimmt sie mir doch ein Stück von der riesigen Verantwortung ab, die ich für dieses kleine Wesen in mir trage. Und weil ich das Leben trotz aller Risiken insgesamt für eine ziemlich gute Sache halte, lasse ich mich gerne auch ein drittes Mal darauf ein.

2. Wer sich für eine Feindiagnostik entscheidet, muss eine Entscheidung treffen!

Machen wir uns nichts vor, bei den gängigen Untersuchungen, die heute zu einer  Schwangerschaft dazuzugehören scheinen, geht es längst nicht mehr um Vorsorge. Vielmehr geht es darum, Besonderheiten direkt zu identifizieren und gegebenfalls auszusortieren. Denn nicht anders ist zu erklären, dass in Deutschland nach einem auffälligen Befund Spät-Abtreibungen (welch ein Euphemismus!) bis ganz zum Ende der Schwangerschaft zulässig sind. Schwangere und ihre Familien stehen dann aber ziemlich allein da mit ihrer Entscheidung für oder gegen das werdende Leben. Denn hier endet der Kompetenzbereich und oft auch die Bereitschaft der Ärzte.

Häufig habe ich das Argument gehört, man wolle halt wissen, worauf man sich einlässt und habe sich deshalb für eine Feindiagnostik entschieden. Okay, das ist ein Argument. Ich selbst glaube nicht, dass mir die Diagnose „Trisomie 21“ in der letzten Schwangerschaft in irgendeiner Weise dabei geholfen hätte, mich vorzubereiten. Vielleicht hätte sie mich sogar eher beunruhigt und mich dazu veranlasst, an einem anderen Ort zu entbinden, damit „im Notfall“ schnell operiert werden könnte. Aber da ist jeder Mensch anders. Mich hat das Nicht-Wissen eher bestärkt, meinen Weg zu gehen: Natürlich zu entbinden mit der Hilfe einer Beleghebamme, zu stillen. Und Schritt für Schritt zu schauen, was als nächstes ansteht.

Aber genauso wie es ein Recht auf Nicht-Wissen gibt, gibt es natürlich auch eines auf Wissen. Nur geht damit eben die Pflicht einher, eine Entscheidung für oder gegen das Kind zu treffen. Das sollte sich jede Schwangere bewusst machen.

3. Jedes Kind ist eine Überraschung!

Nie hätte ich während meiner ersten Schwangerschaft damit gerechnet, mein Kind während der ersten 8 Monate praktisch nicht ablegen zu können. Auch konnte ich mir nicht vorstellen, wie es an den Nerven zehrt, wenn ein Baby ununterbrochen schreit. Mama-und Kind-Yoga, Pekip, Latte-Macchiato-Trinken in der Sonne? Pustekuchen! Mit meinem ersten Kind war an solche Aktivitäten nicht zu denken ohne einen Nervenzusammenbruch zu erleiden. Das hat sich natürlich mit der Zeit gelegt, doch muss ich heute noch schmunzeln, wenn ich sehe, wie viel Geld manche Eltern für die Erstausstattung ausgeben. Kinderwagen, Bettchen? Hätten wir uns alles sparen können!

Genauso wenig hätte ich mir vorstellen können, mal die Mutter eines Kindes mit Down-Syndrom zu sein. Und wie normal und schön das für mich sein würde. Denn natürlich sind Kinder mit Down-Syndrom genauso niedlich wie alle anderen und das Leben mit ihnen ist genauso aufregend, chaotisch und nervenaufreibend wie mit jedem anderen Kind auch. Dazu habe ich bereits beim letzten Mal geschrieben.

Und so bin ich gespannt, was das Leben dieses Mal für uns bereithalten wird. Ganz sicher wird es wieder eine selbstbewusste kleine Persönlichkeit mit ganz eigenen Plänen sein, die unsere Familie dann komplett macht. Schon der Zeitpunkt spricht dafür, denn wir werden aller Voraussicht nach zwischen Umzugskartons hausen und ganz sicher kein hübsch eingerichtetes Kinderzimmer haben 😉

Aber wie dem auch sei, so eine Schwangerschaft ist doch trotz aller organisatorischer, gesundheitlicher und nervlicher Herausforderungen immer auch eine unglaublich spannende, intensive Zeit. Ich wünschte, sie wäre auch etwas unbeschwerter. Und das wünsche ich vor allem den Frauen, die ihr erstes Kind erwarten und sich erstmal reinfinden müssen in diesen dichten Dschungel von „Vorsorge“-untersuchungen, Vorbereitungen und Veränderungen, die anstehen. Lasst euch bitte nicht abschrecken von all dem und konzentriert euch auf das, was jetzt wirklich wichtig ist: Dass es euch selbst und dem Baby gut geht!

 

 

Auf zu neuen Zielen! 2018 kann kommen

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe am Ende jedes Jahres immer das dringende Bedürfnis, aufzuräumen. Damit meine ich jetzt nicht nur die Schleichtiere, die ich morgens in meinem Zahnputzbecher finde oder die einzelnen Socken, die Pauli zwischen Abstellkammer und Kinderzimmer so verteilt. Das auch, aber vor allem meine ich das Chaos in meinem Kopf. Überflüssig gewordene Glaubenssätze und Verhaltensweisen, die mich manchmal daran hindern, entspannt und glücklich zu sein. Als Mama, aber auch für mich selbst.

Adiós Co-Therapeutin, hallo Entspannung

Einer dieser Glaubenssätze, den ich vor kurzem aussortiert habe, war der, dass sich mein Kind nur dann „richtig“ entwickelt, wenn ich ihm tatkräftig dabei helfe. Davon habe ich euch bereits im letzten Blogpost berichtet. Diese Vorstellung, eine Art Co-Therapeutin sein zu müssen, hat mich wahnsinig unter Druck gesetzt und tut es auch heute manchmal noch. Dabei gibt es diese innere Stimme in mir, die mir sagt, dass ich einfach vertrauen darf. Darauf, dass mein Sohn seinem ureigenen Rhythmus folgt und jeden Entwicklungsschritt dann machen wird, wenn es für ihn an der Zeit ist. Dass es meine Aufgabe als Mutter ist, ihn anzunehmen, ihm zu vertrauen, ihn zu beobachten und ihm die Rahmenbedingungen zu schaffen, die er braucht.

Goodbye schlechte Nachrichten

Eine weitere Gewohnheit, die ich 2018 hinter mir lassen will, ist die, mich permanent von schlechten Nachrichten berieseln zu lassen. Nicht, dass mir egal ist, was in der Welt passiert. Nur glaube ich erstens, dass das, was uns die Massenmedien Tag für Tag zeigen, nur ein winziger Ausschnitt dessen ist, was wir so als „Realität“ bezeichnen. Zweitens glaube ich, dass es unsere Aufgabe als Eltern ist, unseren Kindern Vertrauen und Mut mit auf den Weg zu geben. Und wie soll uns das gelingen, wenn wir unseren Fokus allein auf Terror, Klimawandel und ähnliche Schreckensmeldungen richten? Abgesehen davon ist ja niemandem geholfen, wenn wir passiv vor dem Fernseher, dem Smartphone oder dem Radio sitzen und mal wieder feststellen, wie schlecht die Welt ist.

Da nehme ich meine Kinder doch lieber mit ins Sozialkaufhaus und zeige ihnen, wie wir mit unserem Überfluss anderen Menschen eine Freude machen können. Lasse sie im verpackungsfreien Laden beim Wiegen und Abfüllen helfen und vermittle ihnen ganz praktisch, was jeder von uns tun kann, um die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.

Auch was Pauls Behinderung betrifft, habe ich aufgehört, mich mit Dingen zu beschäftigen, die theoretisch passieren könnten. Klar gibt es Krankheiten, für die er anfälliger ist als andere Kinder. Vielleicht werden wir den einen oder anderen Kampf mit den Behörden ausfechten, wenn er mal in die Schule geht. Und vielleicht wird er irgendwann auch mal gemobbt. Genauso wahrscheinlich ist allerdings, dass all das nicht passieren wird. Und wisst ihr was? Ich bin davon überzeugt, dass die Dinge, mit denen wir fest rechnen, mit besonders hoher Wahrscheinlichkeit auch eintreten. Und aus diesem Grund übe ich mich lieber im Vertrauen darauf, dass Paul auch in Zukunft so gesund und munter sein wird, wie er es jetzt ist und dass er mit seiner charmanten Art auch dann noch die Herzen seiner Mitmenschen gewinnen wird, wenn er mal erwachsen ist.

Auf zu neuen Zielen!

Wer aufräumt, hat auch wieder Platz für Neues. Und 2018 stehen bei uns einige Veränderungen an, auf die ich mich freue. Die erste ist mein neuer Blog www.couscousmitzimt.com, den ich vor kurzem gestartet habe und im neuen Jahr weiter aufbauen möchte. Wer hier öfters mitliest weiß, dass Essen meine große Leidenschaft ist. Und weil das hier in erster Linie Paulis kleines Universum sein soll, habe ich mit dem neuen Blog einen Raum für meine zweite Leidenschaft geschaffen (neben meinen Kindern ;-)) Ich freue mich, wenn ihr dort auch mal vorbeischaut!

Von den weiteren Neuigkeiten berichte ich euch, wenn es so weit ist. Nur soviel sei schon mal verraten, einmal geht es um eine alternative Form des Wohnens, die wir für uns gewählt haben. Und dann geht es um eine Weiterbildung, mit der ich im Herbst starten werde. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden!

Was sind eure Ziele und Pläne für 2018? Und gibt es auch bei euch etwas, mit dem ihr aufräumen wollt? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

 

Eure Kathinka

 

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Ungeduld ist keine Tugend

Vor kurzem las ich tatsächlich auf einem Wahlplakat den Spruch „Ungeduld ist auch eine Tugend“ und musste mich fast wegschmeißen vor Lachen. So etwas Abgedroschenes hatte ich wirklich seit Jahren nicht mehr gelesen.

Meine aktuelle Lebenssituation beweist mir im Übrigen gerade jeden Tag das Gegenteil: Ohne Geduld geht gar nix! Und dann würde ich noch hinzufügen: Und ohne Vertrauen erst recht nicht.

Leider mangelt es mir an beidem häufig, obwohl mir bewusst ist, dass Gras nicht schneller wächst, wenn man daran zieht. Wie heißt es doch so schön: „Alles hat seine Zeit“…

Blöd nur, wenn die so rein gar nicht zu den eigenen Erwartungen und Vorstellungen passt!

So geht es mir zum Beispiel gerade mit Paul. Seit Monaten schon hat er sich, zumindest motorisch, nicht weiterentwickelt. Seit er gelernt hat, sich hinzusetzen, tut sich in diesem Bereich nix mehr. Wie ein kleiner Buddha sitzt er auf dem Boden, beobachtet das Geschehen und brabbelt vor sich hin. Keinerlei Anstalten, zu robben oder gar zu krabbeln. Dabei ist er fast 18 Monate alt und damit auch für ein Kind mit Down-Syndrom eher langsam.

Aber was sollen wir machen? Ihm vormachen, wie krabbeln geht? Haben wir heute Morgen echt versucht, aber mal ehrlich, traue ich mich etwa einen Kopfstand zu machen, nur weil meine Nachbarin auf der Yogamatte neben mir das tut? Oder spreche ich fließend Portugiesisch, wenn ich den Ganzen Tag Bossa-Nova-Musik höre? Eben! Zum Lernen gehört eben mehr als Nachmachen. Echte Motivation zum Beispiel und natürlich gewisse körperliche Voraussetzungen. Das ist bei Kindern nicht anders als bei Erwachsenen.

Leider vergesse ich das im Alltag immer wieder und frage mich dann allen Ernstes, ob ich jemals wieder die Gelegenheit haben werde, zu frühstücken, ohne dieselbe, halb verdaute Scheibe Brot zigmal vom Boden aufzuheben oder einen zappelnden Kinderpopo auf eine Toilette zu setzen, um ihn keine zwei Minuten wieder herunterzuholen. Ob ich eines Tages mit zwei erwachsenen, einigermaßen sozial kompatiblen Söhnen am Tisch sitzen darf, die ganze Sätze sprechen, Messer und Gabel bedienen können und sich alleine die Schuhe anziehen. Schön wäre das jedenfalls!

 

 

Wenn plötzlich gar nichts mehr geht – 6 Maßnahmen gegen den Super-Stress

Vor etwa 14 Tagen hat es mich eiskalt erwischt. Gerade hatte ich Paul in der Kita abgeliefert und meinen Laptop aufgeklappt, da fingen meine Beine an zu zittern und mir wurde schwindelig. Die Buchstaben auf meinem Bildschirm fingen an zu tanzen und ich musste mich am Tisch festhalten, um nicht rückwärts vom Stuhl zu kippen.

Was war passiert?

Ich hatte an diesem Morgen gefrühstückt, heiß-kalt geduscht und war durch die frische Luft geradelt. Beide Kinder waren ausnahmsweise mal gesund. Alles bestens also und der ideale Zeitpunkt, um ein paar Dinge abzuarbeiten. Einen Blogbeitrag schreiben, die Unterlagen für die Krankenversicherung zusammensuchen und in der Musikschule anrufen, um einen Schnupper-Termin zu vereinbaren.

Aber nichts geht mehr

An all das war an diesem Morgen aber nicht mehr zu denken, denn mein Körper ging in den Generalstreik und klappte einfach zusammen.

Und dass, wo er doch in den letzten Monaten immer so zuverlässig funktioniert hat! In den schlaflosen Nächten mit einem Neugeborenen, das nicht trinken wollte. Im Sommer dann Tag für Tag mit dem Baby in der Manduca, den Einkäufen im Rucksack und dem Dreijährigen an der Hand. Und selbst wenn um mich herum alle schnieften und husteten, fühlte ich mich meistens fit genug, um keinen Termin bei der Frühförderung abzusagen.

Warum also plötzlich dieser Zusammenbruch? Jetzt, wo die Kita-Eingewöhnung  abgeschlossen war und ich endlich Zeit hatte, mir Gedanken um meine berufliche Zukunft zu machen?

Der Körper ist schlau

Mein Körper war wohl einfach schlauer ist als ich selbst und hatte die Notbremse gezogen. Klar habe ich gemerkt, dass das letzte Jahr anstrengend war. Zwei Kinder sind immer eine Herausforderung und wenn eines davon eine Behinderung hat, macht es das nicht gerade leichter. Aber hey, andere haben auch Kinder und gründen während der Elternzeit ein Start-Up, schreiben einen Bestseller und haben nebenbei bemerkt auch noch ganz einen frischeren Teint als ich. Wie wuppen die das bloß alles?

Stress ist individuell

Ich weiß es nicht und letztlich ist es auch egal. Jeder Mensch hat seine persönliche Belastbarkeitsgrenze und es bringt nichts, sich mit anderen zu vergleichen. Dafür bringen wir alle auch zu unterschiedliche Voraussetzungen mit. Wichtig ist nur, zu erkennen, wann es zu viel ist. Und dann auch zu handeln, statt darauf zu setzen, dass es schon irgendwie weitergeht. Denn das tut es nicht auf Dauer, irgendwann bricht jeder zusammen und damit ist dann auch niemandem gedient.

Gibt es eine Lösung?

Ehrlich gesagt nervt es mich, an dieser Stelle meine „besten Tipps gegen Stress“ mit euch zu teilen. Denn ich bin überzeugt, dass nicht wir Menschen etwas falsch machen, wenn wir uns ausgebrannt fühlen, sondern dass der Fehler im System liegt. Wer es schafft, 40 Stunden pro Woche für Geld zu arbeiten, seine Kinder zu netten Menschen zu erziehen, mehr als ein paar Worte täglich mit seinem Partner zu wechseln und dabei noch einen Haushalt am Laufen hält und womöglich etwas für seine Altersvorsorge zurücklegt, der verrate mir bitte, wie er das macht. Allen anderen geht es vielleicht wie mir und der eine oder andere dieser Punkte kommt gelegentlich zu kurz. Oder auch dauerhaft. Und zumindest mich stresst das gewaltig, denn irgendwie muss die Miete ja gezahlt, das Kind bei Laune gehalten und der Altersarmit entronnen werden. Und gar nicht mehr Aufräumen ist halt auch keine Lösung.

Was also tun?

Die wenigsten von uns leben in einer Großfamilie oder Kommune, in der immer jemand da ist, der die Kinder mal kurz übernimmt. Auch sieht es nicht so aus, als würde es in den nächsten Jahren ein bedingungsloses Grundeinkommen geben, das es uns Eltern ermöglichen würde, zumindest mal für eine Weile beruflich etwas kürzer zu treten. Selbst der Rechtsanspruch auf Vollzeit für Arbeitnehmer, die familienbedingt für eine Weile in Teilzeit gearbeitet haben, ist politisch momentan nicht durchsetzbar.

Solange die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen also so sind, wie sie sind, müssen wir uns irgendwie selbst helfen gegen den Stress. Und deshalb verrate ich euch hier eben doch, mit welchen Maßnahmen ich das versuche. Und hoffe, dass ich dem einen oder der anderen von euch damit helfen kann!

1. Akzeptieren, dass alles seine Zeit hat

Vielleicht hilft es euch, wenn ihr euch  bewusst macht, dass alles im Leben seine Zeit hat. Alles auf einmal geht einfach nicht. Bei niemandem. Wer kleine Kinder hat, muss nicht genau dann seine Karriere vorantreiben. Warum auch, wo wir doch alle länger arbeiten werden als unsere Eltern? Was spricht also dagegen, sich mit Ende 40 oder auch später nochmal so richtig ins Zeug zu legen?

Es ist auch nicht schlimm, Lebensträume zu verschieben. Die Rucksackreise durch Asien, der Italienischkurs, was auch immer. Wir setzen uns selbst nur unter Druck, wenn wir glauben, all das genau jetzt machen zu müssen. Klar weiß niemand, was morgen so ist, aber entweder hat sich der Traum dann von selbst erledigt oder wir verwirklichen ihn eben dann.

2. Ich-Zeit reservieren

Wie ich es auch drehe oder wende, ein Tag hat nur 24 Stunden. Leider gehen viele davon für alltägliche Dinge wie Wäsche waschen, Windeln wechseln oder einkaufen drauf. Das kann ich nicht ändern. Was ich aber machen kann, ist eine halbe Stunde am Tag für mich zu reservieren. Das klappt bei mir am besten frühmorgens, wenn die Kinder noch schlafen. Dann nehme ich mir ganz bewusst Zeit für meine Morgenroutine, die so aussieht: Ich öffne das Fenster und atme ein paar Mal tief ein und aus. Dann gehe ich ins Bad und genieße meine Dusche. Anschließend gönne ich mir eine Massage mit Sesamöl.  Den ersten Kaffee genieße ich nur mit meinem Freund in der Küche, bevor wir die Kinder wecken. Wie auch immer eure Routine aussehen mag, plant jeden Tag  eine halbe Stunde Zeit für euch selbst ein. Dann könnt ihr im Anschluss auch für andere da sein.

3. Dinge aufschreiben

Den Termin beim Kinderarzt vereinbaren, alte Kleidung aussortieren, die Bremsen am Fahrrad reparieren – jeden Tag gibt es so unendlich viel zu erledigen! Und eigentlich werde ich nie fertig. Und weil mich das stresst, schreibe ich alles auf. Ja, ich gebe es zu, ich bin ein großer Fan von To-do-Listen, und zwar in elektronischer Form! Die haben im Vergleich zum guten alten Kalender viele Vorteile: Man kann sie mit anderen teilen (ich sage nur „Einkaufszettel“ ;-)) und Unerledigtes wird unbarmherzig in den nächsten Tag hinüber transortiert. So geht nichts verloren und auch wenn man etwas nicht sofort erledigen kann, hat man das Gefühl, sich gekümmert zu haben. Außerdem hilft das Aufschreiben beim Strukturieren der Aufgaben. Ist etwas dringend oder kann es auf nächste Woche verschoben werden? Kann die eine oder andere Aufgabe vielleicht an jemand anderes delegiert werden?

4. Die Informationsflut stoppen

Früher dachte ich immer, ich müsste über das gesamte Weltgeschehen informiert sein.  Bei uns zu Hause gab es eine Tageszeitung und abends lief ganz selbstverständlich die Tagesschau. Diese Gewohnheit habe ich auch im Studium und noch viele Jahre danach beibehalten. Es machte mir Spaß,  bei Diskussionen mitreden zu können. Aber das hat sich geändert. Nachrichten fingen regelrecht an, mich zu stressen. Ob das daran liegt, dass sie immer schneller und lauter auf uns einprasseln? Als ewig vibrierender Alarm auf dem Smartphone? Ich glaube, dass diese permanente Berieselung unser Unterbewusstsein in Stress versetzt. Und schlage deshalb vor, sie einfach auszuschalten! An den meisten DIngen, die jeden Tag geschehen, können wir sowieso nichts ändern, aber wir haben das Gefühl, etwas tun zu müssen. Das gibt uns ein Gefühl der Ohnmacht, das ganz schön belastend sein kann. Das heißt nun nicht, sich überhaupt nicht mehr für das Weltgeschehen zu interessieren! Aber vielleicht reicht es ja auch, sich einmal am Tag für eine halbe Stunde ganz bewusst zu informieren? Und zwar nur über das, was euch wirklich interessiert! Und wenn das der Sportteil der Zeitung oder die neuesten Beikostempfehlunge der WHO sind, was soll’s!  Es ist doch besser, Experte für eine Sache zu sein, für die man gerade brennt, als eine vage Idee von allem Möglichen zu haben, oder?

5. Konflikte offen ansprechen

Einer der größten Stressfaktoren sind für mich Konflikte mit anderen Menschen. Dabei muss es sich gar nicht mal um große Streitereien handeln, ich meine die ganz alltäglichen Reibereien. Wisst ihr, was ich meine? Vielleicht nervt es euch, dass eure Kollegin im Büro immer so laut telefoniert? Oder dass eure Schwiegermutter den Kindern immer Süßigkeiten mitbringt? Geschenke für die Kinder mitbringt? Dann sprecht sie sofort darauf an, freundlich, aber bestimmt! Sonst stauet sich der Ärger mit der Zeit in euch an und irgendwann explodiert ihr. Glaubt mir, ich weiß wovon ich rede.

6. Einmal am Tag ganz achtsam sein

Ihr wisst, ich bin ein Fan von Achtsamkeit. Leider vergesse ich das im Alltag immer wieder. Und ich fürchte, dass ich nicht die Einzige bin, der das so geht. Grund genug also, feste „Achtsamkeitsinseln“ im Alltag zu verankern. Das bedeutet nichts anderes, als sich einmal am Tag voll und ganz auf eine bestimmte Sache zu konzentrieren. Das kann zum Beispiel ein Essen sein, bei dem ihr jeden Bissen ganz bewusst wahrnehmt. Wie fühlt es sich an, zu kauen? Welche Konsistenz hat das Essen, das ich gerade im Mund habe, ist es hart oder weich, heiß oder kalt? Schmeckt es salzig oder bitter?

Wie oft schlingen wir einfach nur schnell irgendetwas herunter, ohne darauf zu achten, wie es uns dabei ergeht. Schade, denn das ist erstens ungesund, macht zweitens keinen Spaß und trägt ganz sicher nicht zur Entschleunigung bei.

Achtsamkeit lässt sich natürlich auch ganz prima unter der Dusche üben. Oder beim Spazierengehen. Was auch immer ihr euch aussucht, lasst euch einfach darauf ein und bewertet nicht, was dabei mit eiuch passiert. Es geht einfach nur darum, die Aufmerksamkeit wieder auf eine einzige Sache zu lenken. Etwas, was die meisten von uns vor lauter Multi-Tasking gar nicht mehr können.

So, jetzt habe ich aber genug geschrieben! Ich hoffe, der eine oder andere von euch kann mit meinen Tipps etwas anfangen. Wie geht ihr denn mit Stress um, habt ihr vielleicht noch andere Tipps? Ich freue mich auf euer  Feedback!

 

Mama packt das Handy in die Schublade und holt Luft…

Die erste Märzwoche ist wie im Flug vergangen. Wollt ihr wissen, ob mir mein Handy gefehlt hat? Nicht eine einzige Sekunde lang, ganz ehrlich! Kurz bevor es losging mit dem Fasten habe ich trotzdem kurz überlegt, meinen Plan über Bord zu werfen. Denn ich hatte vergessen, dass ich Paul ab März ja in die Kita eingewöhnen will (dazu bald mehr!). Ob das ohne Handy klappen würde, erschien mir dann doch fraglich. Schließlich muss ich ja erreichbar sein, wenn mal irgendetwas sein sollte.

Zum Glück habe ich das Fasten dann aber doch gewagt und mein Handy am 28. Februar abends ausgeschaltet und in die Schublade gepackt. Dort liegt es nun und schlummert friedlich.

Und ich fühle mich ein bisschen wie im Wellness-Urlaub 😉 Kein ständiges Vibrieren mehr in meiner Handtasche, kein schnelles Facebook-Daddeln, wenn ich mal wieder auf die Bahn warte. Stattdessen schaue ich mir eben meine Mitmenschen an, amüsiere mich über giftgrüne Socken zu weißen Sneakers oder freue mich mit meinem Sohn über die ersten Knospen an den Bäumen.

Passend zu dieser Entschleunigung habe ich endlich ein Buch gelesen, das schon lange im Regal wartet. Allein der Titel hat mich angesprochen und ich musste es einfach haben, als es im Herbst letzten Jahres erschien: Slow Familiy – Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern von Nicola Schmidt und Julia Dibbern.

Statt Slow Food nun also auch Slow Familiy, interessante Idee, oder? Warum Langsamkeit in Zeiten von höher, schneller, weiter,  Familien gut tut, erklären die beiden Autorinnen witzig und anschaulich. Und statt nerviger Tipps haben sie ganz simple Zutaten, aus denen sich jeder die raussuchen kann, die er für sein persönliches „Glücksrezept“ braucht. Meine Lieblingszutaten sind „mit nackten Füßen übers Gras laufen“ und „land art“ aus Zweigen, Gräsern oder Steinchen, die man unterwegs mit den Kindern so findet. Das tut gut und geht im Prinzip immer und überall, sogar in der Großstadt.

Aber das Beste überhaupt ist in meinen Augen die Idee eines Dorfes, das es braucht, um Kinder großzuziehen. Nur, was tun, wenn man nicht im Dorf, sondern in der Stadt lebt und keine Großfamilie um die Ecke hat? Nicola Schmidt und Julia Dibbern haben gute Ideen, wie man sich sein „Dorf“ trotzdem aufbauen kann. Zum Beispiel, indem man den Nachbarn einfach mal einen Kuchen vorbeibringt. Oder eine Feuerschale auf die Terrasse stellt und die gesamte Straße zum Stockbrotgrillen einlädt. Klingt verrückt und kostet Überwindung? Vielleicht, aber ich finde es mittlerweile viel verrückter, wie isoliert und auf sich allein gestellt die meisten Familien heute leben. Meint ihr nicht?

Falls ihr Lust bekommen habt, das Buch zu lesen, es ist im Beltz Verlag erschienen und kostet 16,95 Euro. Viel Spaß und bis bald!

 

 

O du stressige? -3 Tipps für eine achtsame und entschleunigte Vorweihnachtszeit

Wer kennt das nicht? Jahr für Jahr nehmen wir uns vor, es dieses Mal ganz gemütlich und entspannt anzugehen im Advent. Plätzchen backen mit den Kindern. Karten schreiben an Freunde, die man viel zu selten sieht, einen Adventskalender basteln…

Spätestens Mitte Dezember kriegen wir dann aber doch Schweißausbrüche angesichts der immer noch fehlenden Geschenkideen, die in überlaufenen Innenstädten einfach nicht aufkommen wollen. Und auch wegen der logistischen Herausforderungen, die die Feiertage am Jahresende so mit sich bringen: Wo verbringen wir Heiligabend? Wer kümmert sich um das Essen? Und wie zum Teufel verklickern wir Tante Heidi und Onkel Franz, dass wir es dieses Jahr leider nicht schaffen werden zum traditionellen Festtagsbraten?

Die Achtsamkeit bleibt auf der Strecke

Angesichts all der übertriebenen Erwartungen, die wir an Weihnachten haben, ist die Zeit davor für viele Menschen zur stressigsten des Jahres geworden. Schade! Denn eigentlich laden die kurzen, dunklen Tage doch regelrecht dazu ein, mal einen Gang runter zu schalten und zur Ruhe zu kommen. Nur, wie soll man das schaffen, wenn um einen herum alle durchdrehen und dem Konsum frönen?

Leider bin auch nicht gerade die Ruhe in Person, wenn ich an die noch fehlende Deko bei uns zu Hause denke und an die Weihnachtsgeschenke für die Kinder. Aber ich habe ein paar Tipps, die euch vielleicht dabei helfen, etwas gelassener ins neue Jahr zu rutschen. Probiert sie aus, Übung macht den Meister, versprochen!

Tipp 1: Den Advent mit allen Sinnen genießen

Bratapfelduft liegt in der Luft. Süßer Plätzchenteig will mit den Händen geknetet (und natürlich auch probiert) werden. In den Fenstern sieht man auf dem Nachhauseweg am Abend bunte Lichter leuchten. Und irgendwo hört man im Vorbeigehen die alten Weihnachtslieder, die man von früher kennt. Der Advent ist eigentlich DIE Gelegenheit, alle Sinne zu schulen und wieder achtsam durchs Leben zu gehen. Das ist nicht nur schöner, als sich beim Black Friday um die letzten Adventskränze zu prügeln, sondern echtes Entspannungstraining. Weil man beim Genießen voll und ganz im Augenblick ist und nicht schon drei Wochen im Voraus bei der Planung des Festtagsmenüs oder der öden Weihnachtsfeier des Sportvereins. Also, nehmt euch die Zeit und genießt, was das Zeug hält!

Tipp 2: Sich zurückziehen

Apropos Weihnachtsfeier. Müssen wir wirklich überall dabei sein? Beim Plätzchenbacken im Kindergarten, der betrieblichen Weihnachtsfeier oder beim alljährlich stattfindenden Gänsebraten-Essen mit den Studienkollegen? Ich finde nicht! Das Leben ist sowieso zu kurz für Halbherzigkeiten und am Ende des Jahres verfliegt die Zeit gefühlt noch viel schneller als sonst. Tut nur das, wonach euch wirklich der Sinn steht. Trefft nur die Menschen, die euch am Herzen liegen. Und hört denen dafür umso aufmerksamer zu. Es ist völlig in Ordnung, eine Einladung freundlich, aber bestimmt auszuschlagen.

Tipp 3: Auf Geschenke verzichten

Dieser Tipp gefällt sicher nicht jedem. Gerade, wer Kinder, Enkelkinder, Nichten oder Neffen hat, verspürt meist den Wunsch, diese an Weihnachten mit Geschenken zu überhäufen. Und die Werbung suggeriert uns ja auch, dass darin der eigentliche Sinn von Weihnachten besteht. Aber seid doch mal ehrlich: Wie viele der Geschenke, die Jahr für Jahr unterm Tannenbaum liegen, fristen bald ein kümmerliches Dasein in einer vergessenen Schublade? Bestenfalls werden sie an Sylvester beim Schrottwichteln erneut unters Volk gebracht. Und stellt euch doch mal vor, wie entspannt Weihnachten wäre, wenn sich niemand verpflichtet fühlen würde, irgendjemandem etwas zu schenken? Hach, ein Traum! Weil das aber nun mal nicht jeder so sieht, machen wir es in unserer Familie seit ein paar Jahren so, dass wir an Weihachten wichteln. Jeder macht also genau ein Geschenk und bekommt auch nur eines. Der Betrag hierfür wird vorher festgelegt, ebenso wer wen beschenkt. Für mich ein Kompromiss, aber immerhin ein erster Schritt zu einem minimalistischen, entspannteren Weihnachten.

Und, wie schafft ihr es, dem Stress in der Vorweihnachtszeit zu entgehen? Ich bin gespannt auf eure Tipps! Genießt den Advent, bis bald!