Baby-led-weaning und Down-Syndrom – geht das überhaupt?

In meinem allerersten Post hier auf dem Blog habe ich euch berichtet,  warum ich ein Fan von Baby-led-weaning bin, der breifreien Beikost für Babys. Die Verfechter dieser Methode, die von der englischen Hebamme Gill Rapley entwickelt wurde, gehen davon aus, dass Babys selbst wissen, wann sie bereit sind für Beikost. Und dass sie dann auch alleine mit den Händen essen können und nicht gefüttert werden müssen. Erlaubt ist dabei das Meiste, was die Erwachsenen selbst essen. Einen festen Plan, in welcher Reihenfolge und in welchem Tempo Lebensmittel eingeführt werden, gibt es nicht.

Deshalb ist Baby-led-weaning vor allem eine Methode für Eltern, die festen Plänen grundsätzlich eher skeptisch gegenüberstehen. Und für Kinder, die schon als zahnlose Zwerge ihren eigenen Kopf haben und lieber selbst nach dem Essen greifen, als sich mit dem Löffel füttern zu lassen. Eine Methode für unsere Familie also 😉

Mir fiel damals jedenfalls ein Stein vom Herzen, als ich mich endlich dazu durchgerungen hatte, keinen Brei mehr zu kochen. Denn erstens verursachten die Mengenangaben in den Rezepten bei mir nur Chaos im Kopf – ich koche sonst eher nach Gefühl – und zweitens landete der Brei sowieso nur auf meinen Still-Shirts und nicht im Magen meines Sohnes. Denn der mochte ihn einfach nicht, egal ob mit Möhre oder Pastinake, selbst gekocht oder aus dem Gläschen.

Was er aber sehr wohl mochte war, selbst mit den Händen im Essen zu matschen. Und sich ab und an mal etwas davon in den Mund zu stecken. Viele Kinder mögen das und warum auch nicht? Abgesehen von den Putz-Sessions danach war das Ganze schließlich auch für uns Eltern entspannter. Wir mussten keine extra Baby-Mahlzeiten mehr kochen und genossen unser Essen, während der Kleine mit seinem Fingerfood beschäftigt war.

Und weil ich so überzeugt von den Vorteilen des Baby-led-weaning war und bin, wollte ich selbstverständlich auch Paul nicht mit Brei füttern. Kinder sind schließlich keine Stopfgänse!

Aber ob das mit dem Fingerfood auch bei einem Kind mit Trisomie 21 klappen würde?

Nun, wir haben es versucht und nach einem Jahr würde ich diese Frage mit „jein“ beantworten.

Vieles geht, aber es braucht Geduld!

Kinder mit Down-Syndrom können viel lernen, aber sie brauchen für alles mehr Zeit. Das gilt auch für die Voraussetzungen zum selbstständigen Essen: aufrecht sitzen können, den Pinzettengriff beherrschen, kauen. Meistens lassen die ersten Zähnchen auf sich warten. Auch bei Paul ist das so, mit einem Jahr hat er noch immer keinen einzigen. Das lässt manches zu einer echten Herausforderung für ihn werden, man denke nur an Apfelschnitze! Abgesehen von den fehlenden Zähnen ist bei Kindern mit Down-Syndrom häufig auch die gesamte Mundmotorik etwas schwach.

Trotzdem isst Paul mittlerweile ganz normal bei uns am Familientisch mit. Das heißt, wir kochen nichts Spezielles für ihn. Wann immer möglich, lasse ich ihn selbst essen. Bei Bananen zum Beispiel klappt das prima, denn die sind handlich und weich. Auch Brot geht einigermaßen. Oder Ofengemüse.

Meinen ursprünglichen Plan, ihn überhaupt nicht zu füttern, musste ich allerdings über Bord werfen. Denn Paul signalisiert mir dann lautstark, dass er hungrig ist und es ihm nicht schnell genug geht. Und ja, ein bisschen bequem ist er schon auch. Oft sitzt er am Tisch und macht einfach den Mund auf. Der Löffel wird schon kommen, wie im Schlaraffenland, haha! Da muss ich ihn dann schon auch mal animieren, selbst zuzugreifen. Meist geht das aber erst, wenn der große Hunger gestillt ist.

Ein Kind zu füttern bedeutet für mich aber trotzdem nicht zwingend, ihm Brei zu geben. Denn ich will, dass Paul von Anfang an eine große Bandbreite an Geschmäckern und Konsistenzen kennenlernt. Also haben wir unsere Familienkost ein bisschen umgestellt. Es gibt nun häufiger mal Suppe, Risotto, oder Ofengemüse, das passt für alle.

Last but not least- mein neues Lieblingsfrühstück

Aber bevor ich es vergesse möchte ich heute noch mein aktuelles Lieblingsfrühstück mit euch teilen. Es ist schnell gemacht und sehr lecker und man braucht auch keine Zähne, um es zu essen 😉 Guten Appetit und bis bald!

Schokoladige Smoothie-Bowl

Zutaten für zwei Erwachsene und zwei Kinder:

eine reife Avocado

eine große, reife Banane

eine Handvoll Haferflocken

ein bis zwei Esslöffel Kakaopulver (ohne Zucker)

zwei bis drei Esslöffel Mandelmus

150-200 ml Mandelmilch (alternativ Kuhmilch oder jede andere Pflanzenmilch)

als Topping: zum Beispiel Gojibeeren, Mandeln, gepuffte Quinoa

Zubereitung:

Banane und Avocado schälen und klein schneiden. Zusammen mit allen anderen Zutaten im Mixer pürieren. Die Konsistenz sollte so sein, dass der Smoothie gelöffelt werden kann. Bei Bedarf einfach mehr Haferflocken oder mehr Flüssigkeit dazugeben. Den Smoothie dann auf vier Müslischalen verteilen und mit einem Topping eurer Wahl bestreuen. Bei uns gab es heute Morgen Mandeln, gepuffte Quinoa und Gojibeeren. Für Paul lasse ich die Mandeln weg.

 

 

Kindergesänge und Knuspermüsli – so beginnt ein guter Tag

Heute war ein guter Tag. Als ich aufwachte, lagen links und rechts von mir meine beiden Jungs und sangen. Der Große trällerte vergnügt seinen aktuellen Lieblingssong „Hänsel und Gretel“. Der Kleine summte zufrieden vor sich hin. Ganz gerührt wäre ich fast aus den 30 Zentimetern Bett gefallen, die mir die beiden freundlicherweise zum Schlafen überlassen hatten.

In der Küche war der Kaffee schon fertig und der Frühstückstisch gedeckt. Kann ein Tag besser beginnen?

Ganz beschwingt von so viel ungewohnter Harmonie beschloss ich, nachdem mein Freund und der Große aus dem Haus waren, ein Knuspermüsli zu backen. Seit ich weiß, wie einfach das geht, mache ich Müsli nur noch selbst. Schon allein wegen des leckeren Dufts nach Zimt und Ahornsirup, der dann durch unsere Wohnung weht. Der erinnert mich an Nachmittage bei meiner Oma und frisch gebackenen Kuchen in meiner Kindheit und macht mich immer ganz glücklich.

Und falls ihr es auch mal ausprobieren wollt, hier ist ein Rezept, inspiriert vom schönen Blog „Grain de sel„, das ich nach meinem Geschmack etwas abgewandelt habe. Es lässt sich je nach Vorliebe ganz einfach variieren. Schaut, was ihr so im Schrank habt und legt los. Das Prinzip ist immer dasselbe und es dauert keine halbe Stunde.

Viel Spaß beim Ausprobieren und frohes Knuspern!

Knuspermüsli mit Gojibeeren

Zutaten:
200 g Getreideflocken (Hafer, Dinkel etc.)
80-100 g Nüsse (bei mir waren es heute Mandeln)
50 g Kerne (Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Pinienkerne)
eine große Prise grobkörniges Meersalz (bitte nicht weglassen, das bringt das „gewisse Etwas“!)
100 ml Olivenöl (lecker ist auch Kokosöl oder Kakaobutter)
optional: 80 ml Ahornsirup
optional: Gewürze wie Zimt, Kardamom, Vanille, Ingwer…
150 g Trockenfrüchte ( bei mir heute Gojibeeren und Rosinen)
Zubereitung:
Zunächst werden die Getreideflocken, die Nüsse und Kerne in einer großen Schüssel vermischt. Wenn ihr wollt, könnt ihr die Nüsse etwas zerkleinern. Ich lasse sie der Einfachheit halber lieber ganz. Dann gebt ihr das Öl, den Ahornsirup, das Salz sowie die Gewürze dazu und vermischt alles kräftig mit einem großen Löffel. Falls ihr Kokosöl verwendet, erhitzt es kurz in einem Topf, um es flüssig zu machen.
#Granola; #zuckerfrei; #vegan; #clean eating
Zuerst vermischt ihr Flocken, Nüsse und Kerne.
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Backt das Müsli dann circa 20 Minuten im Ofen.
Die Mischung gebt ihr auf ein Backblech und backt sie im vorgeheizten Ofen bei 150 Grad Umluft 15-20 Minuten. Zwischendurch mal umrühren, damit nichts anbrennt! Nehmt das Blech aus dem Ofen und gebt die Trockenfrüchte zu der Getreide-Nuss-Mischung. Wenn das Müsli richtig abgekühlt ist, füllt es am besten in ein Schraubglas. Luftdicht verschlossen hält es sich etwa  zwei bis drei Wochen. So alt wird es bei uns allerdings nie…
#Knuspermüsli; #Granola; #zuckerfrei
Fertig ist das Knuspermüsli!

Wir mögen das Knuspermüsli gerne mit warmer (Nuss)milch oder mit Joghurt. Es schmeckt aber auch lecker als Crumble auf Eis, Kompott oder im Smoothie.

 

 

Sonntagsfrühstück: zuckerfreie Erdbeermarmelade mit Leinsamen

Vielleicht kennt ihr schon Chia-Marmelade?  Die ist seit einiger Zeit ziemlich angesagt. Nicht ganz zu Unrecht, denn mit Chiasamen kann man schnell und unkompliziert zuckerfreie und rohe Marmelade machen. Und als gesundes Superfood gelten die unscheinbaren Körnchen noch dazu. Allerdings sind sie ziemlich teuer und müssen einmal um die Welt reisen, bevor sie bei uns im Regal landen. Nicht optimal, finde ich. Deshalb habe ich mich nach einer Alternative umgeschaut und herausgefunden, dass geschrotene Leinsamen genauso gut als natürliches Geliermittel funktionieren.

Günstig und regional

Wen es interessiert, dem sei gesagt, dass auch Leinsamen sehr gesund sind. Sie enthalten neben Ballaststoffen, die die Verdauung anregen auch wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Aber darum geht es hier nicht, denn ich wollte euch ja erzählen, wie ich aus geschrotenen Leinsamen gestern Abend ganz schnell eine leckere Erdbeermarmelade für unser Sonntagmorgenfrühstück gemacht habe.

Wie geht’s?

Für ein großes Glas Marmelade wäscht man ein Körbchen Erdbeeren und entfernt den grünen Stängel mit einem Messer. Dann kommen die Erdbeeren mit einem Schuss Zitronensaft in den Mixer und werden in circa 30 Sekunden sämig püriert. Anschließend gibt man drei gehäufte Esslöffel geschrotene Leinsamen hinzu und lässt das Ganze für mindestens eine halbe Stunde, besser über Nacht quellen. Wer es süßer mag, kann natürlich Honig, Ahornsirup oder etwas Zucker hinzufügen. Bei reifen Früchten ist das aber eigentlich nicht nötig (findet sogar unser Zweiähriger!). Die roh gerührte Marmelade hält sich im Kühlschrank etwa zwei Tage, lässt sich aber auch prima einfrieren.

Wer die Marmelade länger aufbewahren will, kann die pürierten Früchte auch kurz aufkochen. Ich habe das einmal mit pürierten Datteln ausprobiert, was ziemlich lecker geworden ist. Da die Leinsamen als Geliermittel wirken, braucht man keinen Gelierzucker mehr hinzufügen.

Viel Spaß beim Ausprobieren und einen schönen Sonntag!

 

Clafoutis -unser Sonntagmorgenfrühstück

Auch wenn ich es liebe, in der Küche herumzuwerkeln, muss es im Alltag meistens schnell gehen. Hungrige Kleinkinder halten leider nicht viel von aufwändigen Menus. Lecker und gesund muss es für mich aber trotzdem sein (und zwar in dieser Reihenfolge!). Da bei uns aber meistens mein Freund für das Kochen zuständig ist, halte ich mich an schnelle und unkomplizierte Gerichte. Zum Glück ist mein Fundus mitlerweile recht groß, denn ich stöbere für mein Leben gern in Kochbüchern und Foodblogs herum. Vieles improvisiere ich aber auch, je nachdem, was gerade so im Kühlschrank herumsteht. So auch heute Morgen, als ich in aller Herrgottsfrühe alleine in der Küche war und alle anderen noch schliefen. Herrlich, diese Ruhe! Während ich völlig ungestört meinen ersten Kaffee trank, hatte ich alle Zeit der Welt, ein leckeres Sonntagmorgenfrühstück vorzubereiten. Und weil da noch ein ein paar überreife Bananen und langsam schrumpelig werdende Aprikosen in der Küche waren, beschloss ich, ein Clafoutis zu backen.

Lecker und beikostgeeignet

Ein Clafoutis ist im Prinzip nichts anderes als ein Pfannkuchen, der im Ofen gebacken wird. Das dauert 15 -20 Minuten und ist kinderleicht. Man kann dafür jede beliebige Obstsorte verwenden. Total lecker ist auch die Kombination von Kirschen und Kakaonibs (Vorsicht Kirchkerne!). Wenn man wie ich nur Obst als Süßungsmittel  verwendet, sollte es allerdings möglichst reif sein. Ohne Zucker und mit Vollkornmehl ist Clafoutis ziemlich gesund und auch für kleine Kinder im Beikostalter geeignet. Sie können es ganz einfach mit den Händen zerrupfen und selbst in den Mund stecken . Und hier ist mein Pi-mal-Daumen-Rezept von heute Morgen:

Clafoutis mit Bananen und Aprikosen (für vier Personen)

4 Eier

1-2 reife Bananen

5-6 Aprikosen

1 kleine Tasse Mehl

1/2 Tasse Haferflocken

3-4 Tassen Hafermilch (oder jede andere Milch)

Zuerst verrührt man die Eier mit einem Schaumbesen oder einer Gabel. Dann kommen das Mehl, die Haferflocken und die Milch dazu. Die Mengenangaben hängen hier sehr von der verwendeten Mehl- und Milchsorte ab. Bei Vollkornmehl braucht man immer etwas mehr Flüssigkeit. Hafermilch ist dünnflüssiger als Kuhmilch. Ich verwende sie gerne, weil sie einen süßen Eigengeschmack hat. Jedenfalls sollte der Teig nicht zu fest sein, etwa so wie ein Pfannkuchenteig.

Den Teig gibt man in eine eingeölte Quicheform (oder jede andere ofenfeste Auflaufform), legt die Früchte darauf und bäckt das Ganze bei 150 Grad Umluft 15-20 Minuten. Fertig ist das Clafoutis, wenn der Teig nicht mehr flüssig ist und die Eier gestockt haben. Jetzt kann man noch ein paar Minzblättchen als Deko darauf legen et voilà. Guten Appetit!