Mama packt das Handy in die Schublade und holt Luft…

Die erste Märzwoche ist wie im Flug vergangen. Wollt ihr wissen, ob mir mein Handy gefehlt hat? Nicht eine einzige Sekunde lang, ganz ehrlich! Kurz bevor es losging mit dem Fasten habe ich trotzdem kurz überlegt, meinen Plan über Bord zu werfen. Denn ich hatte vergessen, dass ich Paul ab März ja in die Kita eingewöhnen will (dazu bald mehr!). Ob das ohne Handy klappen würde, erschien mir dann doch fraglich. Schließlich muss ich ja erreichbar sein, wenn mal irgendetwas sein sollte.

Zum Glück habe ich das Fasten dann aber doch gewagt und mein Handy am 28. Februar abends ausgeschaltet und in die Schublade gepackt. Dort liegt es nun und schlummert friedlich.

Und ich fühle mich ein bisschen wie im Wellness-Urlaub 😉 Kein ständiges Vibrieren mehr in meiner Handtasche, kein schnelles Facebook-Daddeln, wenn ich mal wieder auf die Bahn warte. Stattdessen schaue ich mir eben meine Mitmenschen an, amüsiere mich über giftgrüne Socken zu weißen Sneakers oder freue mich mit meinem Sohn über die ersten Knospen an den Bäumen.

Passend zu dieser Entschleunigung habe ich endlich ein Buch gelesen, das schon lange im Regal wartet. Allein der Titel hat mich angesprochen und ich musste es einfach haben, als es im Herbst letzten Jahres erschien: Slow Familiy – Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern von Nicola Schmidt und Julia Dibbern.

Statt Slow Food nun also auch Slow Familiy, interessante Idee, oder? Warum Langsamkeit in Zeiten von höher, schneller, weiter,  Familien gut tut, erklären die beiden Autorinnen witzig und anschaulich. Und statt nerviger Tipps haben sie ganz simple Zutaten, aus denen sich jeder die raussuchen kann, die er für sein persönliches „Glücksrezept“ braucht. Meine Lieblingszutaten sind „mit nackten Füßen übers Gras laufen“ und „land art“ aus Zweigen, Gräsern oder Steinchen, die man unterwegs mit den Kindern so findet. Das tut gut und geht im Prinzip immer und überall, sogar in der Großstadt.

Aber das Beste überhaupt ist in meinen Augen die Idee eines Dorfes, das es braucht, um Kinder großzuziehen. Nur, was tun, wenn man nicht im Dorf, sondern in der Stadt lebt und keine Großfamilie um die Ecke hat? Nicola Schmidt und Julia Dibbern haben gute Ideen, wie man sich sein „Dorf“ trotzdem aufbauen kann. Zum Beispiel, indem man den Nachbarn einfach mal einen Kuchen vorbeibringt. Oder eine Feuerschale auf die Terrasse stellt und die gesamte Straße zum Stockbrotgrillen einlädt. Klingt verrückt und kostet Überwindung? Vielleicht, aber ich finde es mittlerweile viel verrückter, wie isoliert und auf sich allein gestellt die meisten Familien heute leben. Meint ihr nicht?

Falls ihr Lust bekommen habt, das Buch zu lesen, es ist im Beltz Verlag erschienen und kostet 16,95 Euro. Viel Spaß und bis bald!

 

 

Herbstzeit ist Lesezeit – das sind meine Lieblingsbücher

Wenn die Tage kürzer werden und es schon am frühen Nachmittag dunkel wird, machen wir es uns am liebsten zu Hause mit einem Buch gemütlich. Mein großer Sohn möchte, sobald er aus dem Kindergarten kommt, ein „Bilderbuch anlesen“. Auch der Babybruder schaut dabei bereits ganz aufmerksam zu.

Am liebsten Klassiker

Um ehrlich zu sein, finde ich viele Kinderbücher aber eher mittelmäßig. Entweder vermitteln sie ein fragwürdiges, veraltetes Gesellschaftsbild – Mama ist immer da, tröstet oder ist in der Küche beschäftigt, während Papa spät von der Arbeit kommt – oder sie sind sprachlich völlig daneben: „Jette sagt: Ich muss mal müssen, Max folgt ihr auf Strümpfchenfüßen“. Deshalb mag ich Bücher, die ich aus meiner eigenen Kindheit kenne. Echte Klassiker eben. Ein paar davon, die vielleicht nicht so bekannt sind wie Ronja Räubertochter und Co., möchte ich euch heute vorstellen. Und für  Erwachsene gibt es natürlich auch Tipps. Denn wir wollen ja nicht immer nur vorlesen…

Wiegenlieder aus aller Welt. Mit CD zum Mitsingen. Von Reijo Kekkonen

Meine Kinder lieben es, wenn ich ihnen vorsinge. Da sind sie wahrscheinlich die einzigen. Und weil vorsingen auch schon mit den Allerkleinsten geht, haben mir meine netten Kollegen zum Abschied in den Mutterschutz dieses wunderschön bebilderte Buch geschenkt. Es beeinhaltet 50 Wiegenlieder in allen möglichen Sprachen, zum Beispiel Maori oder Japanisch. Spannend für alle, die mal ein bisschen Abwechslung zu „Lalelu“ suchen und neugierig auf andere (Lied)kulturen sind.

Delfinensommer. Von Katherine Allfrey

Ein absolutes Lieblingsbuch aus meiner Kindheit. Das kleine Mädchen Andrula lebt allein mit ihrer Mutter auf einer griechischen Insel. Eines Tages lernt sie am Meer einen sprechenden Delfin kennen, der sie auf seinem Rücken mit auf eine geheimnisvolle Insel nimmt. Zusammen erleben sie viele spannende Abenteuer. Das Buch ist wunderschön poetisch und phantasievoll. Es eignet sich zum Vorlesen für etwas ältere Kinder, aber auch zum Selberlesen für Erwachsene, die gerne mal wegträumen.

Herr Klingsor konnte ein bisschen zaubern. Von Otfried Preußler

Ein weiteres Lieblingsbuch aus den 1980er-Jahren, das mir meine Oma immer vorgelesen hat. Der nette Lehrer Klingsor verfügt über Zauberkräfte, die er aber nur nutzt, um seinen Schülern das Leben ein bisschen leichter zu machen. Das liebevoll illustrierte Buch macht natürlich vor allem Schulkindern Spaß, aber auch Kindergartenkindern, die schon etwas länger zuhören können.

In Liebe wachsen. Von Carlos Gonzáles

Erziehungsratgeber gibt es wie Sand am Meer. Ob man sie wirklich braucht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Mir hat beim ersten Kind dieses Buch jedenfalls am besten gefallen. Im Prinzip bestärkt es Eltern darin, auf ihr Bauchgefühl zu hören und nicht auf die vielen Ratschläge, die man von allen Seiten bekommt. Die Auffassung des spanischen Kinderarztes Carlos Gonzáles ist vielleicht nicht jedermann Sache, denn sie widerspricht althergerbrachten Weisheiten zu den Themen „Durchschlafen“, „alleine schlafen“ oder „Beikost“.

One moment meditation. Stille in einer hektischen Welt. Von Martin Boroson

Wie wichtig mir das Meditieren seit einiger Zeit ist, habe ich ja schon erzählt. Leider habe ich, zumindest gefühlt, nie ausreichend Zeit dafür. Oder ich bin abends, wenn die Kinder schlafen, so müde, dass ich von meinem Meditationskissen kippe. Deshalb finde ich dieses Buch so toll, denn es erklärt, wie man auch mit wenig Zeit Momente der Ruhe und Achtsamkeit erleben kann. Sogar in der U-Bahn oder beim Kartoffelschälen.

So, jetzt bin ich gespannt auf eure Lesetipps! Vielleicht kännt ihr mir ja auch ein schönes, modernes Kinderbuch empfehlen. Ich bin sicher, es gibt sie, ich kenne sie nur noch nicht.